{"id":11421,"date":"2025-03-31T19:04:23","date_gmt":"2025-03-31T17:04:23","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/artikel\/partnerschaften-und-friedensdividende\/"},"modified":"2025-03-31T21:47:43","modified_gmt":"2025-03-31T19:47:43","slug":"partnerschaften-und-friedensdividende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/partnerschaften-und-friedensdividende\/","title":{"rendered":"Partnerschaften und Friedensdividende"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>FriEnt-Kollegin Svenja Windisch berichtet vom OECD Forum on Development, Peace and Stability. Zahlreiche Vertreter*innen des International Dialogue for Peacebuilding and Statebuilding <\/strong><a href=\"https:\/\/www.pbsbdialogue.org\/about-idps\/#mission-statement\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>(IDPS)<\/strong><\/a><strong> hatten daran Anfang M\u00e4rz 2025 in Paris teilgenommen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Civil Society Platform for Peacebuilding and Statebuilding <a href=\"https:\/\/www.cspps.org\/who-we-are\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(CSPPS)<\/a>, der auch FriEnt angeh\u00f6rt, war u.a. mit Vertreter*innen aus Haiti, S\u00fcdsudan, Liberia, den USA, Mali und Italien zugegen, ebenso wie eine Delegation der g7+-Staaten und des International Network on Conflict and Fragility <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/en\/networks\/dac-international-network-on-conflict-and-fragility.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(INCAF)<\/a>. Bemerkenswert war auch die hohe Anzahl an Vertreter*innen von internationalen Finanzinstitutionen (IFIs) unter den sonstigen Teilnehmenden. In den letzten Jahren beteiligen sie sich merklich zunehmend an Debatten zur Entwicklungszusammenarbeit in fragilen und konfliktbetroffenen Kontexten. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Forums wurden daher auch auf Partnerschaften, datenbasierte Entscheidungsfindung und eben die Zusammenarbeit mit internationalen Finanzinstitutionen gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachhaltige Partnerschaften bleiben f\u00fcr die g7+ zentral<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Mitorganisatoren des Forums brachten staatliche Teilnehmende aus fragilen und konfliktbetroffenen Kontexten \u2013 die sich unter den g7+ zusammentun \u2013 die Prinzipien des <a href=\"https:\/\/www.pbsbdialogue.org\/new-deal-principles\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">New Deal<\/a> in die Diskussionen ein. Ihr gro\u00dfes Anliegen bleiben unver\u00e4ndert die Koordinierung unter Geldgebern sowie langfristige und gesamtgesellschaftliche Ans\u00e4tze und dass die Zusammenarbeit vorhersehbar wird \u2013 auch bei versch\u00e4rften globalen geopolitischen Spannungen und der fortschreitenden Politisierung der Entwicklungspolitik. Die g7+ brauchen vor allem Partnerschaften, die ihnen erm\u00f6glichen, auf lokaler Ebene eigenverantwortlich zu handeln. Tagespolitische Entwicklungen kamen nur am Rande zur Sprache. So blieb zum Beispiel offen, inwiefern Partnerschaften unterst\u00fctzen k\u00f6nnten, dem Rechtfertigungsdruck zu begegnen, unter dem sich die Entwicklungszusammenarbeit befindet. Auch wie sich der derzeitige geopolitische Wettbewerb auf fragile Kontexte auswirkt, blieb ebenso unbeantwortet wie die damit verbundene Frage, inwiefern sich die Bedeutung und der Wert von Fragilit\u00e4t im geopolitischen Wettbewerb ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es braucht sektoren\u00fcbergreifend finanzierte Daten-\u00d6kosysteme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Veranstaltungen beim Forum widmeten sich dem Thema der Datenanalyse, die insbesondere zwei Aspekte hervorhoben: zum einen die datenbasierte politische Entscheidungsfindung in Zeiten sinkender finanzieller Ressourcen \u2013 und zum anderen die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, um Datens\u00e4tzen zu kontextualisieren bzw. Daten-\u00d6kosysteme zu erstellen. Argumente f\u00fcr neue Finanzierungsans\u00e4tze wurden vorgebracht, die von Beginn an sektoren\u00fcbergreifend sein sollten: Eine um nur ein Prozent optimierte Verkn\u00fcpfung datenbasierter Ans\u00e4tze k\u00f6nne den Finanzierungsbedarf enorm senken. Gleichzeitig k\u00f6nnten Daten-\u00d6kosysteme resilienter gemacht werden, indem die Finanzierungsquellen diversifiziert w\u00fcrden. Es ist notwendig, Daten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu erheben, um menschliche Lebensumst\u00e4nde und Bed\u00fcrfnisse realistischer abzubilden \u2013 dabei geht es neben Stimmungsdaten vor allem auch um lokale Daten, die mit lokalen Akteuren erarbeitet werden. An diesen sollten sich die Narrative internationaler Akteure ausrichten. Die Diskrepanz zwischen lokalen Daten und internationalen Narrativen wurde am Beispiel der Unterst\u00fctzung von Frauen in Afghanistan veranschaulicht. Dort hatten lokale Umfragen ergeben, dass f\u00fcr viele Afghaninnen Frauenrechte und der Zugang zu \u00f6ffentlichen Dienstleistungen h\u00f6chste Priorit\u00e4t hatten. Internationale Akteure hatten hingegen den Fokus auf Armutsbek\u00e4mpfung und den Zugang zu humanit\u00e4rer Hilfe gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedensdividende bei internationalen Finanzinstitutionen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Zusammenarbeit zwischen Friedensakteuren und internationalen Finanzinstitutionen wurde in Paris debattiert. Dieses Thema hatte durch die New Agenda for Peace Aufwind erhalten. Die African Development Bank pr\u00e4sentierte sich als Vorreiter und verwies auf ihre Strategie im Umgang mit Fragilit\u00e4t. Da IFIs einen Einfluss auf die Ressourcenverteilung und damit auf Ungleichheit haben, gibt es Bestrebungen, sie vermehrt in die Friedensarbeit zu involvieren  \u2013 und ihre Aktivit\u00e4ten auszurichten an Friedensdividenden. Hiermit k\u00f6nnte sich das Kernmandat der IFIs ver\u00e4ndern. So w\u00fcrden sie mit friedenspositiven Investitionen hinausgehen \u00fcber den Anspruch des Do-No-Harm-Ansatzes sowie Konfliktsensibilit\u00e4t. In der ansonsten nicht sehr kontroversen Diskussion wurden dennoch wichtige Bedenken ge\u00e4u\u00dfert. Nicht zuletzt ist die Frage nach der Rechenschaftspflicht der IFIs relevant, wenn sie sich vermehrt in den eigentlichen Handlungsbereich von Staaten einbringen in Kontexten fragiler Staatlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>R\u00e9sum\u00e9:<\/strong> Auf einem Podium wurde gesagt, dass Partnerschaften nicht selbstverst\u00e4ndlich seien, gelebt werden und von engagierten Pers\u00f6nlichkeiten getragen werden m\u00fcssten. Gerade jetzt braucht es viel mehr gemeinsame Fragestellungen und Antworten verschiedener Akteure sowie ein starkes politisches Engagement. Nur so kann man Fragilit\u00e4t und Konflikten gemeinsam und global beikommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FriEnt-Kollegin Svenja Windisch berichtet vom OECD Forum on Development, Peace and Stability. 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