{"id":12439,"date":"2025-07-31T17:58:27","date_gmt":"2025-07-31T15:58:27","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/artikel\/was-es-fuer-nachhaltige-erfolge-braucht\/"},"modified":"2025-08-04T10:54:36","modified_gmt":"2025-08-04T08:54:36","slug":"was-es-fuer-nachhaltige-erfolge-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/was-es-fuer-nachhaltige-erfolge-braucht\/","title":{"rendered":"Was es f\u00fcr nachhaltige Erfolge braucht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Von der Klimakrise am st\u00e4rksten betroffen sind L\u00e4nder, die gleichzeitig fragil und von gewaltsamen Konflikten betroffen sind. Diese L\u00e4nder haben weniger als 4% zu den weltweiten CO\u2082-Emissionen beigetragen. Gleichzeitig sind sie aber disproportional stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Das zeigt sich auch daran, dass sie mit 29% der weltweiten Naturkatastrophen und 50% der damit verbundenen Todesf\u00e4lle konfrontiert sind. Fragile L\u00e4nder haben zudem viel weniger Klimafinanzierungsmittel erhalten als nicht fragile L\u00e4nder. Laut UNDP und dem Climate Security Mechanism flossen die internationalen Klimafinanzierungsmittel, die zwischen 2014 und 2021 bereitgestellt wurden, nur in H\u00f6he von 2,10 bis 10,80 USD pro Kopf in fragile L\u00e4nder. Gleichzeitig erhielten nicht fragile L\u00e4nder 161,70 USD pro Kopf.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund hat FriEnt gemeinsam mit Brot f\u00fcr die Welt, Germanwatch, Search for Common Ground und World Vision ein Side Event bei der Bonner Klimakonferenz im Juni zu organisiert. Leitgedanke der Diskussion war es, Fragilit\u00e4t nicht als Barriere zu sehen, sondern als Grund zum Engagement. So fasste es der BMZ-Referatsleiter und Podiumsgast, Sebastian Lesch, zusammen. Gemeinsam wurde beleuchtet, welchen spezifischen Bedarf betreffende Kontexte aufweisen und wie die deutsche Entwicklungspolitik darauf reagiert. Es existieren international bereits erfolgversprechende Ans\u00e4tze, die eine Grundlage bieten sollten f\u00fcr die Klimaverhandlungen und die weiteren Vorbereitungen der COP30 im November in Brasilien:<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich die Klimakrise negativ auf Fragilit\u00e4t und Menschliche Sicherheit auswirkt. Fragilit\u00e4t und Konflikte erh\u00f6hen die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr den Klimawandel. Umgekehrt kann der Klimawandel auch Fragilit\u00e4t, Konflikte und den Mangel an Menschlicher Sicherheit verst\u00e4rken. Dabei leiden von Armut und Ausgrenzung betroffene Bev\u00f6lkerungsgruppen besonders stark unter den Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig m\u00fcssen sie mit den Auswirkungen von Fragilit\u00e4t, Konflikten und Gewalt fertig werden. Ihre Vertreter*innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen fordern von der Gemeinschaft geleitete Klimaschutzma\u00dfnahmen, mehr Eigenverantwortung und dass sie auch \u00fcber gesellschaftliche und politische Grenzen hinweg einbezogen werden. Sie machen auch deutlich, dass Klimaschutzma\u00dfnahmen mit friedensf\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen eng verbunden werden m\u00fcssen. Das hei\u00dft zum Beispiel, dass geeignete Klimaanpassungsprogramme auch Spannungen und Ungleichheit zwischen unterschiedlichen Gruppen abbauen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regierungen fordern vielf\u00e4ltige Ma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierungen fragiler und konfliktbetroffener L\u00e4nder \u2013 die sich unter den g7+ zusammenfinden \u2013 fordern eine gr\u00f6\u00dfere Flexibilit\u00e4t bei der Klimafinanzierung und den damit verbundenen Programmen. Zudem fordern sie, dass institutionelle Barrieren abgebaut werden und es mehr technische Unterst\u00fctzung gibt. Sie sehen eine Chance, Vertrauen aufzubauen, indem sie die Klimafinanzierung \u00fcber legitime und inklusive Regierungsstrukturen kanalisieren. Dies sollte jedoch eine institutionalisierte Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft beinhalten sowie mit Vertreter*innen der am meisten gef\u00e4hrdeten und betroffenen Gruppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die deutsche Regierung unterst\u00fctzt einen risikoinformierten und konfliktsensiblen Ansatz f\u00fcr Klimaschutzma\u00dfnahmen. Sie nutzt ihren Einfluss, um sich f\u00fcr ein umfassendes Ma\u00dfnahmenpaket einzusetzen. Dieses betrifft sowohl die Anpassung als auch die Bew\u00e4ltigung von Verlusten und Sch\u00e4den sowie die Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeit. Ein breites Spektrum an Ma\u00dfnahmen und Instrumenten wird eingesetzt. Auf diese Weise k\u00f6nnen Ma\u00dfnahmen aus verschiedenen Bereichen miteinander verbunden werden. Die Bundesregierung setze sich zudem daf\u00fcr ein, dass das Thema Verluste und Sch\u00e4den sowie der Nexus Klima und Sicherheit auf die Agenda der COP 30 in B\u00e9l\u00e9m kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zentrale Schlussfolgerungen aus der Podiumsdiskussion:\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Klimafinanzierung f\u00fcr fragile und konfliktbelastete Kontexte ist zielf\u00fchrend, wenn sie ausgeweitet und zudem flexibler und weniger b\u00fcrokratisch gestaltet wird. Es ist wesentlich, dass sie auch betroffene Gemeinschaften direkt erreicht, die in Regionen wohnen, die au\u00dferhalb der Kontrolle eines Staates liegen. Zu ber\u00fccksichtigen sind hierbei m\u00f6gliche Dilemmata und Interessenkonflikte: Risiken sollten nicht auf Gemeinschaften abgew\u00e4lzt werden. Stattdessen sollten Chancen f\u00fcr einen Vertrauensaufbau in die Regierung genutzt und betroffene Gemeinschaften bei mangelnder Regierungsf\u00fchrung nicht benachteiligt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Systemische Konfliktanalysen helfen, um neben der Erfassung von Klima- und Finanzrisiken auch andere Risiken zu erfassen. So k\u00f6nnen entsprechende Ma\u00dfnahmen entwickelt werden, die diese Risiken ber\u00fccksichtigen und friedensf\u00f6rdernd wirken.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr erfolgreiche und nachhaltige Klimapolitik in fragilen und Konfliktkontexten ist es von Vorteil, wenn die Einbeziehung existierender Friedensinfrastrukturen und zivilgesellschaftlicher Organisation institutionalisiert und abgesichert ist.<\/li>\n\n\n\n<li>Nicht zuletzt brauchen betroffene Gemeinschaften vermehrt Zugang zu Plattformen, um Mitbestimmung auf Augenh\u00f6he zu erzielen. Verbesserte Teilhabem\u00f6glichkeiten f\u00fcr Menschen aus den betreffenden Kontexten sind auch den internationalen Klimaverhandlungen zutr\u00e4glich.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>An dem Side Event nahmen Sebastian Lesch (BMZ), Vera K\u00fcnzel (Germanwatch), McLarence Mandaza (World Vision International) und Habib Mayar (g7+) als Gastredner*innen teil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Klimakrise am st\u00e4rksten betroffen sind L\u00e4nder, die gleichzeitig fragil und von gewaltsamen Konflikten betroffen sind. Diese L\u00e4nder haben weniger als 4% zu den weltweiten CO\u2082-Emissionen beigetragen. Gleichzeitig sind sie aber disproportional stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Das zeigt sich auch daran, dass sie mit 29% der weltweiten Naturkatastrophen und 50% der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":12417,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1248],"autor":[460,534,547],"blog-serie":[],"fokusthema":[653,686],"organisation":[471],"region":[822],"thema_artikel":[667,681,892,676],"class_list":["post-12439","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-current-articles-en","autor-caroline-kruckow-en","autor-nina-strumpf-en","autor-svenja-windisch-en","fokusthema-globale-partnerschaften-en","fokusthema-peace-and-climate","organisation-bread-for-the-world","region-uberregional-en","thema_artikel-klimawandel-en","thema_artikel-veranstaltung-en","thema_artikel-fragilitaet-en","thema_artikel-sicherheitspolitik-en"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12439"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12439\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12443,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12439\/revisions\/12443"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12417"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12439"},{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=12439"},{"taxonomy":"blog-serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-serie?post=12439"},{"taxonomy":"fokusthema","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/fokusthema?post=12439"},{"taxonomy":"organisation","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/organisation?post=12439"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=12439"},{"taxonomy":"thema_artikel","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/thema_artikel?post=12439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}