{"id":6160,"date":"2023-11-02T21:26:00","date_gmt":"2023-11-02T20:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/kurzsichtig-und-irrefuehrend\/"},"modified":"2025-01-21T16:05:33","modified_gmt":"2025-01-21T15:05:33","slug":"kurzsichtig-und-irrefuehrend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/kurzsichtig-und-irrefuehrend\/","title":{"rendered":"Kurzsichtig und irref\u00fchrend"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>In der aktuellen Migrationsdebatte wird allseits eine schnelle L\u00f6sung zur Reduzierung der Zuwanderungszahlen gefordert. Zuletzt hatte auch Bundeskanzler Olaf Scholz mit markigen Worten Abschiebungen \u201eim gro\u00dfen Stil\u201c in Aussicht gestellt. Dabei helfen sollen insbesondere neue Migrationsabkommen mit Transit- und Herkunftsstaaten. Das im Juli dieses Jahres beschlossene Abkommen zwischen der EU und Tunesien gilt vielen als Modell f\u00fcr die Zukunft. Doch ist es das wirklich?    <\/strong><\/p>\n\n<p>Statt Vorbild zu sein, treibt das Abkommen zwischen der EU und Tunesien eine Art von Migrationspartnerschaft auf die Spitze, die diesen Namen nicht verdient. In einer gemeinsam von Misereor und Brot f\u00fcr die Welt ver\u00f6ffentlichten <a href=\"\">Studie zur Migrationspartnerschaft mit Tunesien<\/a> zeigen die Organisationen, dass das j\u00fcngste Abkommen tats\u00e4chlich mehr Probleme schafft als l\u00f6st. <\/p>\n\n<p>Vergangene Investitionen in den Grenzschutz haben die Zahl der gef\u00e4hrlichen \u00dcberfahrten nicht reduzieren k\u00f6nnen. Stattdessen legitimiert die diplomatische und finanzielle Aufwartung den autorit\u00e4ren Regierungsstil der tunesischen Regierung. Gleichzeitig verschlechtert sie dadurch die Situation der demokratischen Zivilgesellschaft und der Migrant*innen vor Ort. Dass die autorit\u00e4re F\u00fchrung in Tunis kein verl\u00e4sslicher Partner ist, hat auch die EU selbst feststellen m\u00fcssen. Nachdem zun\u00e4chst einer Delegation aus EU-Parlamentariern die Einreise verwehrt wurde, ist auch die erste Tranche an versprochenen Geldern von der tunesischen Regierung zur\u00fcck\u00fcberwiesen worden.    <br><br>In zwei begleitenden Blogposts argumentiert <a href=\"https:\/\/blog.misereor.de\/2023\/09\/27\/migrationspartnerschaft-mit-tunesien-kurzsichtig-und-irrefuehrend\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lucas Rasche f\u00fcr Misereor<\/a> deshalb, dass Deutschland und die EU mit derartigen Abkommen die eigene Glaubw\u00fcrdigkeit und Durchsetzungsf\u00e4higkeit rechtlicher Standards zum Fl\u00fcchtlingsschutz auf internationalem Parkett schw\u00e4chen. <a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/blog\/tunesien-migrationspartnerschaft-falsch-gemacht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andreas Gr\u00fcnewald schreibt bei Brot f\u00fcr die Welt<\/a> erg\u00e4nzend, dass die Debatte \u00fcber Migrationsabkommen in Zukunft grunds\u00e4tzlich neu gef\u00fchrt werden m\u00fcsse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Migrationsdebatte wird allseits eine schnelle L\u00f6sung zur Reduzierung der Zuwanderungszahlen gefordert. 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