{"id":6381,"date":"2022-10-13T21:10:00","date_gmt":"2022-10-13T19:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/friedenspreis-wuerdigt-kampf-gegen-menschenrechtsverletzungen\/"},"modified":"2025-01-21T16:08:56","modified_gmt":"2025-01-21T15:08:56","slug":"friedenspreis-wuerdigt-kampf-gegen-menschenrechtsverletzungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/friedenspreis-wuerdigt-kampf-gegen-menschenrechtsverletzungen\/","title":{"rendered":"Friedenspreis w\u00fcrdigt Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Bei der diesj\u00e4hrigen Verleihung des Aachener Friedenspreis wurden auf den Vorschlag von Misereor hin die Nichtregierungsorganisation &#8220;Mwatana&#8221; aus Jemen und der T\u00fcbinger Rechtsanwalt und Anti-Waffen Lobbyist Holger Rothbauer geehrt. Jedes Jahr ehrt der Aachener Friedenspreis Organisationen und Personen aus der Zivilgesellschaft, die sich f\u00fcr V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung einsetzen und sich couragiert f\u00fcr Frieden stark machen. <\/strong><\/p>\n\n<p>F\u00fcr Misereor war die Verleihung des diesj\u00e4hrigen Aachener Friedenspreises ein besonderes Ereignis: Beide Preistr\u00e4ger*innen wurden auf Vorschlag der Aachener Hilfsorganisation ausgezeichnet. Damit fand auch die internationale Projektf\u00f6rderung und die friedenspolitische Lobbyarbeit des Werks f\u00fcr Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland gro\u00dfe Anerkennung. <\/p>\n\n<p>Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 an Personen und Organisationen verliehen, die \u201evon unten her\u201c dazu beitragen, der Verst\u00e4ndigung der V\u00f6lker und der Menschen untereinander zu dienen sowie Feindbilder ab- und Vertrauen aufzubauen. Geehrt wurden im Jahr 2022 die jemenitische Nichtregierungsorganisation \u201eMwatana for Human Rights\u201c und der T\u00fcbinger Rechtsanwalt und Anti-Waffen Lobbyist Holger Rothbauer. <\/p>\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Engagement f\u00fcr Menschenrechte im Konfliktkontext<\/h5>\n\n<p>Der Misereor-Partner \u201eMwatana\u201c setzt sich seit vielen Jahren f\u00fcr die Opfer von Menschenrechtsverletzungen ein. Die Organisation dokumentiert die Zerst\u00f6rung ziviler und kultureller G\u00fcter und unterst\u00fctzt die Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und willk\u00fcrlichen Verhaftungen. In sozialen Medien, Filmen, Brosch\u00fcren und Radiokampagnen sch\u00e4rft Mwatana das Bewusstsein von Menschen f\u00fcr ihre Rechte, ermutigt und qualifiziert sie f\u00fcr menschenrechtliches Engagement. Im Jemen, wo seit 2015 ein B\u00fcrgerkrieg ausgetragen wird, wurden und werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen begangen. \u201eSie tragen zur fortgesetzten Konfliktdynamik bei &#8211; im Vertrauen darauf, dass die verbreitete Straflosigkeit weitergehen wird\u201c, erl\u00e4utert Karin Br\u00e4uer, L\u00e4nderreferentin f\u00fcr den Jemen bei Misereor. \u201eDie Opfer sind sich ihrer Rechte oft nicht bewusst, erfahren weder Gerechtigkeit, noch erhalten sie eine Entsch\u00e4digung.\u201c     <\/p>\n\n<p>\u201eMwatana\u201c-Sprecher Osama Al Fakih schilderte in Aachen die dramatische Situation in seinem Land. Trotz eines labilen Waffenstillstandes, der zuletzt wieder aufgek\u00fcndigt wurde, w\u00fcrden immer wieder Zivilisten get\u00f6tet oder Menschen verschleppt, unter ihnen zahlreiche Journalisten. Auch Folter sei ein weitverbreitetes Mittel der Kriegsf\u00fchrung. \u201eHand aufs Herz: Wie genau kennen Sie sich mit dem bewaffneten Konflikt im Jemen aus?\u201c, fragte Laudator Wolfgang Kaleck bei der Preisverleihung. \u201eUnsere Ignoranz nutzen diejenigen aus, die ihre milit\u00e4rischen, politischen und wirtschaftlichen Interessen in diesem Konflikt gegen die Interessen der Bev\u00f6lkerung durchsetzen.\u201c    <\/p>\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Liefern ohne Verantwortung?<\/h5>\n\n<p>Der Menschenrechtsanwalt Holger Rothbauer k\u00e4mpft seit Jahrzehnten gegen illegale Waffenexporte deutscher R\u00fcstungskonzerne. Der Jurist hat mehrere Anzeigen wegen des Verdachts illegaler R\u00fcstungsexporte eingereicht. Zu den wohl bekanntesten F\u00e4llen, die auf von Rothbauer eingereichte Strafanzeigen zur\u00fcckgehen, geh\u00f6ren die F\u00e4lle Heckler &amp; Koch und Sig Sauer. Heckler &amp; Koch exportierte tausende G36-Sturmgewehre illegal nach Mexiko, Sig Sauer zehntausende Pistolen nach Kolumbien. In beiden F\u00e4llen wurden Verantwortliche der Kleinwaffenhersteller verurteilt und die Ums\u00e4tze der illegalen Gesch\u00e4fte in Millionenh\u00f6he eingezogen. \u201eAllzu oft verschanzen sich Waffenlieferanten hinter staatlichen Genehmigungen. Unabh\u00e4ngig davon, wie sie zu Stande gekommen sind, wird behauptet, dass allein die Tatsache, dass der Waffenexport in einem konkreten Fall nicht formal verboten oder sogar genehmigt ist, die Lieferanten von jeglicher rechtlichen Verantwortung freistellt\u201c, kritisierte Kaleck. \u201eEs ist unglaublich und zeugt von einem desastr\u00f6sen Verst\u00e4ndnis von Gerechtigkeit, dass die Waffenlieferanten aller L\u00e4nder bis heute mit dieser Haltung durchkommen.\u201c      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der diesj\u00e4hrigen Verleihung des Aachener Friedenspreis wurden auf den Vorschlag von Misereor hin die Nichtregierungsorganisation &#8220;Mwatana&#8221; aus Jemen und der T\u00fcbinger Rechtsanwalt und Anti-Waffen Lobbyist Holger Rothbauer geehrt. Jedes Jahr ehrt der Aachener Friedenspreis Organisationen und Personen aus der Zivilgesellschaft, die sich f\u00fcr V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung einsetzen und sich couragiert f\u00fcr Frieden stark machen. 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