{"id":6397,"date":"2022-09-02T21:32:00","date_gmt":"2022-09-02T19:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/friedensarbeit-mitten-im-krieg\/"},"modified":"2025-01-21T16:10:58","modified_gmt":"2025-01-21T15:10:58","slug":"friedensarbeit-mitten-im-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/friedensarbeit-mitten-im-krieg\/","title":{"rendered":"Friedensarbeit mitten im Krieg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mitten im Krieg arbeitet der Zivile Friedensdienst (ZFD) in der Ukraine weiter f\u00fcr Menschenrechte und Frieden. Die ZFD-Partner vor Ort haben ihre Projekte angepasst und engagieren sich f\u00fcr Betroffene von Krieg und Gewalt. <\/strong><\/p>\n\n<p>Der ZFD agiert bereits seit 2015 in der Ukraine. Vor dem aktuellen russischen Angriff auf das Land unterst\u00fctzten 13 ZFD-Fachkr\u00e4fte ukrainische Partnerorganisationen und Netzwerke. Gemeinsam st\u00e4rkten sie die F\u00e4higkeit, Konflikte gewaltfrei auszutragen. Die Partner des ZFD haben ihre Aktivit\u00e4ten an die schwierigen Umst\u00e4nde angepasst. Im Moment geht es ihnen vor allem darum, auf akute Bed\u00fcrfnisse der Menschen vor Ort zu reagieren. Die ZFD-Fachkr\u00e4fte sind im permanenten (Online-)Austausch mit ihnen und unterst\u00fctzen sie tatkr\u00e4ftig. Drei Beispiele zeigen, wie die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes und seiner Partner derzeit aussieht:      <\/p>\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><br>IT-Babusi (\u201eIT-Omas\u201d) Mit digitalen Medien zur\u00fcck ins Leben<\/h5>\n\n<p>Die \u00e4ltere Generation in der Ukraine hat schon viele schwere Zeiten und Katastrophen erlebt: Einen Weltkrieg, Vertreibung und Zwangsarbeit unter den Nazis, die Sowjetzeit, 1986 den Supergau von Tschernobyl, seit 2014 wieder Krieg im Osten, seit 2022 im ganzen Land. Die Organisation IT Babusi holt \u00e4ltere Frauen (mit Unterst\u00fctzung des ZFD-Tr\u00e4gers forumZFD) zur\u00fcck in ein aktives Leben. Ein wichtiges Anliegen ist es, die Frauen f\u00fcr die Kommunikation \u00fcber Computer und Handys fit zu machen. Projekte der Erinnerungskultur dienen dazu, schreckliche Erlebnisse zu verarbeiten und aus der Vergangenheit f\u00fcr die Zukunft zu lernen. Aktuell vermittelt IT-Babusi humanit\u00e4re Hilfe und psychosoziale Begleitung und stellt sicher, dass wichtige Informationen alle erreichen. Au\u00dferdem dokumentiert die Organisation die individuellen Kriegserlebnisse der \u00e4lteren Frauen.     <\/p>\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><br>M.ART.IN-Club. Kriegserfahrungen bew\u00e4ltigen <\/h5>\n\n<p>Der ZFD-Tr\u00e4ger GIZ unterst\u00fctzt im Gebiet Ivano-Frankivsk im Westen der Ukraine die Partnerorganisation M.ART.IN-Club. Das Team baut dort ein humanit\u00e4res Hilfszentrum f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen auf. Neben psychosozialen Beratungsangeboten organisieren die Partner auch Austauschm\u00f6glichkeiten und gemeinsame Aktivit\u00e4ten der heimischen Bev\u00f6lkerung mit den vielen gefl\u00fcchteten Menschen. Ein weiteres Angebot richtet sich an Menschen, die sexualisierte Gewalt (im Krieg) erlebt haben. Mit diesen Aktivit\u00e4ten m\u00f6chte die Organisation einen Raum schaffen, in dem sich die Gefl\u00fcchteten begegnen und ihre traumatischen Erlebnisse gemeinsam verarbeiten k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus wollen die Initiatoren in einer Kooperation mit dem ukrainischen Kindermagazin \u201ePoznayko\u201c Kinder ansprechen, die kriegsbedingt in Not geraten sind. Die Mitarbeitenden wollen den Kindern helfen, die schrecklichen Erfahrungen von Gewalt und Zerst\u00f6rung, Flucht und Vertreibung, Verlust und Tod zu bew\u00e4ltigen.      <\/p>\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><br>VOSTOK SOS und Foundation for Community Development. Menschen in Sicherheit bringen <\/h5>\n\n<p>Die beiden Partnerorganisationen des ZFD-Tr\u00e4gers KURVE Wustrow mussten ihre Standorte aus der \u00f6stlichen Ukraine in den Westen des Landes verlegen. Aktuell unterst\u00fctzen sie Menschen aus milit\u00e4risch umk\u00e4mpften Gebieten und helfen beim Transport in sichere Regionen. Dabei stehen vulnerable Personengruppen wie Menschen mit Behinderung im Fokus. Au\u00dferdem bieten die Partner den Gefl\u00fcchteten psychosoziale Hilfe, zum Beispiel zum Umgang mit Gewalterfahrung. Die Partnerorganisationen betreiben Telefon-Hotlines, bei denen Menschen anrufen k\u00f6nnen, um sich \u00fcber die aktuelle Lage in den \u00f6stlichen Regionen zu informieren. So k\u00f6nnen sie Bedrohungen besser einsch\u00e4tzen oder ihre Flucht vorbereiten. Von vielen werden die Hotlines auch genutzt, um \u00fcber eigene Erlebnisse zu reden. Die Fachkr\u00e4fte sind geschult in psychosozialen Techniken und k\u00f6nnen den Anruferinnen und Anrufern dabei helfen, sich zu stabilisieren und mit ihrer Angst umzugehen.       <\/p>\n\n<p>Der Artikel ist <a href=\"https:\/\/www.ziviler-friedensdienst.org\/de\/aktuelles\/ukraine-ziviler-friedensdienst-im-krieg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a> auch auf der Website des ZFDs zug\u00e4nglich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten im Krieg arbeitet der Zivile Friedensdienst (ZFD) in der Ukraine weiter f\u00fcr Menschenrechte und Frieden. Die ZFD-Partner vor Ort haben ihre Projekte angepasst und engagieren sich f\u00fcr Betroffene von Krieg und Gewalt. Der ZFD agiert bereits seit 2015 in der Ukraine. 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