{"id":6630,"date":"2021-05-27T17:22:00","date_gmt":"2021-05-27T15:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/friedensfoerdernder-wiederaufbau-ez-in-krisenkontexten\/"},"modified":"2025-01-21T16:16:34","modified_gmt":"2025-01-21T15:16:34","slug":"friedensfoerdernder-wiederaufbau-ez-in-krisenkontexten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/friedensfoerdernder-wiederaufbau-ez-in-krisenkontexten\/","title":{"rendered":"Friedensf\u00f6rdernder Wiederaufbau &#8211; EZ in Krisenkontexten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Erfahrungen der internationalen Gemeinschaft mit Wiederaufbau deuten darauf hin, dass der physische Wiederaufbau nur dann auch friedensf\u00f6rdernd wirkt, wenn er f\u00fcr eine transformative Erneuerung im sozialen und wirtschaftlichen Bereich genutzt wird. Die neue Publikation von GIZ und KfW im Auftrag des BMZ baut auf dem BMZ-finanzierten Weltbankbericht \u201eBuilding for Peace\u201c auf. Sie stellt diesem Praxisbeispiele sowie Denkanst\u00f6\u00dfe und konkrete Empfehlungen an die Seite.  <\/strong><\/p>\n\n<p>Am 04. Mai wurde im Rahmen eines Side Events des FriEnt Peacebuilding Forums 2021 die neue Publikation \u201eBuilding for Peace \u2013 Friedensf\u00f6rdernder Wiederaufbau in der MENA-Region: Erfahrungen und Empfehlungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit\u201c vorgestellt. Sie liegt in <a href=\"\">deutscher<\/a> und <a href=\"\">englischer<\/a> Fassung vor. <\/p>\n\n<p>Im Mittelpunkt steht der Gedanke, dass im Kontext von Krisen und Gewaltkonflikten die Wiederherstellung von zerst\u00f6rter Infrastruktur mit sozialem, \u00f6konomischem und gesellschaftlichem Wiederaufbau verbunden werden muss. Nur dann kann er friedensf\u00f6rdernde Wirkungen erzielen. Der Wiederaufbau darf nicht die Vergangenheit mitsamt den urspr\u00fcnglichen Konfliktursachen wiederherstellen, sondern muss zu deren Transformation beitragen.  <\/p>\n\n<p>Die neue Publikation baut auf dem BMZ-finanzierten Weltbankbericht \u201e<a href=\"https:\/\/www.worldbank.org\/en\/region\/mena\/publication\/building-for-peace-reconstruction-for-security-sustainable-peace-and-equity-in-the-middle-east-and-north-africa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Building for Peace<\/a>\u201c auf und stellt dieser Perspektive Erfahrungen und Praxisbeispiele der deutschen Entwicklungszusammenarbeit aus Wiederaufbaukontexten an die Seite. Zudem zeigt sie Herausforderungen und Dilemmata auf und gibt Denkanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Ausgestaltung aktueller sowie zuk\u00fcnftiger Wiederaufbauprozesse. Sie bietet konkrete Empfehlungen, wie das Konzept des \u201eFriedensf\u00f6rdernden Wiederaufbaus\u201c in der MENA-Region sowie in anderen Teilen der Welt genutzt und weiterentwickelt werden kann.  <\/p>\n\n<p>Bei dem Konzept handelt es sich um ein Kooperationsprojekt von GIZ und KfW im Auftrag des Regionalbereichs Nahost des BMZ. Es ist durch einen breiten Konsultationsprozess mit Akteur*innen der deutschen staatlichen und nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit im Fr\u00fchjahr 2021 entstanden. In f\u00fcnf Werkstattgespr\u00e4chen wurden verschiedene Zukunftsthemen in Bezug auf Friedensf\u00f6rdernden Wiederaufbau behandelt. An jeder Diskussionsveranstaltung nahmen 60-80 Akteur*innen teil, die gemeinsam diskutiert, reflektiert und Empfehlungen entwickelt haben.   <\/p>\n\n<p>So hat das Dokument besondere Praxisrelevanz erhalten und spiegelt auch offene Fragen wider, denen sich die Praktiker*innen im Kontext von Wiederaufbau k\u00fcnftig st\u00e4rker widmen wollen. Diese reichen von der St\u00e4rkung von konstruktiven Staats-Gesellschaftsbeziehungen bis zur F\u00f6rderung von gemeinsamen und inklusiven Zukunftsvisionen und der Unterst\u00fctzung eines klimasensiblen Wiederaufbaus. Dazu m\u00fcssen die richtigen Voraussetzungen durch gezielte Finanzierung und Koordinierung im Geberkontext geschaffen werden. Aber auch die menschliche Seite des Wiederaufbaus erfordert besondere Unterst\u00fctzung, zum Beispiel. durch psychosoziale Unterst\u00fctzung und besondere Personalf\u00fcrsorge. Nur so k\u00f6nnen die mit dem Wiederaufbau verbundenen Chancen f\u00fcr Inklusion und Partizipation genutzt werden. Zudem muss ein anderer Umgang mit Machtmissbrauch und Korruption gefunden werden, und die internationalen Akteur*innen m\u00fcssen sich ihrer eigenen Rolle in der politischen \u00d6konomie des Kriegs und des Wiederaufbaus bewusst sein.      <\/p>\n\n<p>Die abschlie\u00dfenden Empfehlungen weisen auf konkrete Ansatzpunkte hin, die zur weiteren Entwicklung des Verst\u00e4ndnisses von Friedensf\u00f6rderndem Wiederaufbau beitragen k\u00f6nnen. Sie umfassen methodische und technische Aspekte wie eine systemische Perspektive auf polit\u00f6konomische Analysen und Ansatzpunkte f\u00fcr gebergemeinsames Lernen wie \u201cConflict Sensitivity Hubs\u201d. Dazu geh\u00f6rt weiterhin die F\u00f6rderung von sogenannter \u201cDownward Accountability\u201d der EZ gegen\u00fcber den Menschen, die von ihr profitieren sollen. Sie weisen aber auch auf den weiteren Lern- und Reflexionsbedarf hin, den alle Akteur*innen in den Konsultationen hervorgehoben haben. Dazu sind gesch\u00fctzte R\u00e4ume f\u00fcr den offenen Erfahrungsaustausch und eine bestimmte Haltung notwendig:    <\/p>\n\n<p>Selbstreflexion und Lernen erfordern die Bereitschaft der EZ-Organisationen, sich auch mit schwierigen Fragen wie etwa den Zumutungen und moralischen Dilemmata der Arbeit auseinanderzusetzen. Die EZ sollte \u2013 trotz und gerade wegen des hohen Leistungsdrucks und der belastenden Umst\u00e4nde f\u00fcr die Mitarbeitenden \u2013 von einer Haltung getragen sein, die die Anerkennung und W\u00fcrde der Menschen, ihre Erm\u00e4chtigung und solidarische Unterst\u00fctzung in den Mittelpunkt stellt. <\/p>\n\n<p>Nun kommt es darauf an, die Empfehlungen und Anregungen mit Leben zu f\u00fcllen, den Austausch mit internationalen Partnern und vor allem den lokalen Akteur*innen aus Wiederaufbaukontexten zu suchen. Ziel ist es, die gemeinsame Praxis zu ver\u00e4ndern. Im Rahmen der Vorstellung der Publikation wurden dazu erste Ideen gesammelt. Die Herausgeber laden dazu ein, Anregungen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die weitere Vertiefung der Fragestellungen an <a href=\"\">buildingforpeace@giz.de<\/a> zu senden. Das BMZ sowie GIZ und KfW planen in jedem Fall weitere Schritte f\u00fcr die internationale Verbreitung und Umsetzung mit den EZ-L\u00e4nderteams, denn Wiederaufbau soll in Zukunft kein \u201ebusiness as usual\u201c mehr sein.    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahrungen der internationalen Gemeinschaft mit Wiederaufbau deuten darauf hin, dass der physische Wiederaufbau nur dann auch friedensf\u00f6rdernd wirkt, wenn er f\u00fcr eine transformative Erneuerung im sozialen und wirtschaftlichen Bereich genutzt wird. Die neue Publikation von GIZ und KfW im Auftrag des BMZ baut auf dem BMZ-finanzierten Weltbankbericht \u201eBuilding for Peace\u201c auf. 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