{"id":6718,"date":"2020-11-09T05:42:00","date_gmt":"2020-11-09T04:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/kirchen-staerken-gerechtigkeit-und-frieden-in-afrika\/"},"modified":"2025-01-21T16:18:24","modified_gmt":"2025-01-21T15:18:24","slug":"kirchen-staerken-gerechtigkeit-und-frieden-in-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/kirchen-staerken-gerechtigkeit-und-frieden-in-afrika\/","title":{"rendered":"Kirchen st\u00e4rken Gerechtigkeit und Frieden in Afrika"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kirchen k\u00f6nnen aufgrund ihrer christlichen Mission, ihrer internationalen Organisation und ihrer lokalen Verwurzelung viel f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit leisten. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in Simbabwe und Nigeria teilten die Diskutant*innen des Fachgespr\u00e4chs der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE). <\/strong><\/p>\n\n<p>\u201cKirchenakteure im Einsatz f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden in Afrika \u2013 Chancen und Herausforderungen des Engagements von Kirchen in Simbabwe und Nigeria\u201c lautete der Titel des digitalen Fachgespr\u00e4chs. In Simbabwe sei der \u00dcbergang von der kolonialen zu einer echten Demokratie noch nicht gelungen, konstatierte Rev. Dr. Kenneth Mtata, Generalsekret\u00e4r des Zimbabwe Council of Churches, in seiner Keynote. Das k\u00f6nne als typisches Beispiel f\u00fcr zahlreiche L\u00e4nder in Subsahara Afrika dienen. Den Kirchen komme in Simbabwe angesichts von massiver Repression und staatlicher Willk\u00fcr ein Mehrwert zu. Mit ihrer religi\u00f6sen Rede und der einhergehenden Dimension des Glaubens k\u00f6nnen sie Menschen zum Eintreten f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden motivieren. Die Unterscheidung von religi\u00f6ser und s\u00e4kularer Rede (dual language) erlaube ihnen sozio-politische Positionierungen, ohne die Grenzen des politischen Handlungsraums zu negieren. Die Kirchen h\u00e4tten den Vorteil, dass sie lokal in den Gemeinden verwurzelt sind und gleichzeitig auf nationaler sowie internationaler Ebene agieren k\u00f6nnten, f\u00fchrte Getrude Chimange, Leiterin der Justice and Peace Commission in Mutare, die lokale Perspektive aus.      <\/p>\n\n<p>Mit Beitr\u00e4gen von Frederick Njobati von der Universit\u00e4t Bamberg, Simon Afala von der Justice, Development and Peace Commission in Jos und Msgr. Prof. Dr. Obiora Ike, dem Direktor von globethics.net mit Sitz in Genf, wurde in einem zweiten Block die Arbeit von Kirchen im Bereich Friedenserziehung in der Middlebelt Region in Nigeria er\u00f6rtert. Njobati verwies dabei auf die von den Kirchen noch nicht ausreichend ausgesch\u00f6pften Potenziale in der \u201epeace education\u201c. Afala vertiefte das Thema Friedenserziehung mit Erl\u00e4uterungen zu \u201epeace clubs\u201c, einem in der Region bew\u00e4hrten Instrument in der Arbeit mit Jugendlichen. Prof. Ike betonte die Bedeutung einer integralen und ganzheitlichen Erziehung. Auch das Verh\u00e4ltnis von Frieden und Gerechtigkeit und die dazu weit verbreitete Unklarheit wurden angesprochen.    <\/p>\n\n<p><strong>Kirchen sind Stabilisatoren in konfliktreichen Gesellschaften<\/strong><\/p>\n\n<p>Im Schlusspodium betonte MdB Prof. Dr. Heribert Hirte als Vorsitzender des Stephanuskreises der CDU\/CSU-Bundestagfraktion, dass Kirchen entgegen verbreiteter Ansicht nicht als Krisenherde, sondern vor allem als Stabilisatoren in konfliktreichen Gesellschaften wirken k\u00f6nnen. Als solche sollten sie st\u00e4rker wahrgenommen und unterst\u00fctzt werden. Prof. Ike erinnerte an die moralische Autorit\u00e4t der Kirchen. \u201eSie hat die Mission zu heilen und zu vers\u00f6hnen, die Herrschaft des Rechts zu propagieren und die Armen zu \u201aempowern\u2018\u201c. Er appellierte an die Bundesregierung, sich noch viel st\u00e4rker f\u00fcr weltweite Religionsfreiheit und gegen religi\u00f6se Intoleranz einzusetzen.    <\/p>\n\n<p>Sylvia Servaes (Misereor\/FriEnt) betonte als Vertreterin der GKKE-Fachgruppe, die Verbindung von Friedensarbeit und Entwicklung. Ausgehend von einer lokalen Verwurzelung und der in den \u201epeace clubs\u201c geleisteten Arbeit verwies sie auf das Vernetzungspotenzial von Kirchen und die Notwendigkeit, auf anderen Ebenen und mit weiteren Akteuren zusammenzuarbeiten: \u201eDon&#8217;t work alone, reach out!&#8221; Nicht zuletzt wurde die spirituelle Dimension der Arbeit von Kirchen f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden thematisiert. Rev. Dr. Mtata erg\u00e4nzte, dass diese Arbeit dezidiert politisch sei, aber nicht parteipolitisch sein d\u00fcrfe. Mit Verweis auf den 1. Korintherbrief Kapitel 12 pl\u00e4dierte auch er f\u00fcr internationale Solidarit\u00e4t: \u201eDie Kirche ist der Leib Christi &#8211; leidet ein Teil, sind alle mitbetroffen.\u201c  <\/p>\n\n<p>Marie-Luise Frost und Philipp \u00d6hlmann, wissenschaftliche Mitarbeitende der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin, haben die Veranstaltung moderiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kirchen k\u00f6nnen aufgrund ihrer christlichen Mission, ihrer internationalen Organisation und ihrer lokalen Verwurzelung viel f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit leisten. 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