{"id":6722,"date":"2020-09-29T06:05:00","date_gmt":"2020-09-29T04:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/covid-19-trifft-fragile-staaten-besonders-hart\/"},"modified":"2025-01-21T16:18:59","modified_gmt":"2025-01-21T15:18:59","slug":"covid-19-trifft-fragile-staaten-besonders-hart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/covid-19-trifft-fragile-staaten-besonders-hart\/","title":{"rendered":"COVID-19 trifft fragile Staaten besonders hart"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Knapp zehn Jahre vor dem angestrebten Zieldatum zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 legt der neu erschienene OECD States of Fragility Report 2020 sein Augenmerk auf die verheerenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie in fragilen Kontexten. Ein Fokus auf die Beseitigung der Ursachen von Fragilit\u00e4t und Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung lokaler Resilienz ist wichtiger denn je. <\/strong><\/p>\n\n<p>\u201eEine Welt mit fragilen Staaten ist eine fragile Welt.\u201c (Angel Gurr\u00ed, OECD Generalsekret\u00e4r).<\/p>\n\n<p>Knapp 10 Jahre vor dem angestrebten Zieldatum zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 legt der neu erschienene OECD States of Fragility Report 2020 sein Augenmerk auf die verheerenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie in fragilen Kontexten. Die Pandemie hat uns die besondere Vulnerabilit\u00e4t und Krisenanf\u00e4lligkeit fragiler Staaten vor Augen gef\u00fchrt. Um das globale Versprechen \u201eLeave no one Behind\u201c bis 2030 noch zu verwirklichen, ist daher ein Fokus auf die Beseitigung der Ursachen von Fragilit\u00e4t und Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung lokaler Resilienz wichtiger denn je.<br>Millionen von Menschen sind tagt\u00e4glich durch verschiedene Aspekte von Fragilit\u00e4t wie Ungleichheit, Armut, Krankheit, Gewalt und Ungerechtigkeit beeintr\u00e4chtigt. Die Ursachen von Fragilit\u00e4t sind komplex, verst\u00e4rken sich gegenseitig und sind tief in den jeweiligen regionalen und lokalen Kontexten verwurzelt. Die Last der Fragilit\u00e4t wird durch externe Krisen wie die aktuelle COVID-19 Pandemie oder den Klimawandel massiv verst\u00e4rkt und trifft vulnerable und marginalisierte Bev\u00f6lkerungsgruppen besonders hart.    <\/p>\n\n<p>Der States of Fragility Report 2020 vergleicht fragile Staaten hinsichtlich verschiedener Dimensionen von Fragilit\u00e4t (Wirtschaft, Umwelt, Politik, Sicherheit, Gesellschaft) und untersucht die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf bestehende Fragilit\u00e4tszust\u00e4nde. Die Ergebnisse des Reports liefern somit eine wertvolle Handlungsgrundlage f\u00fcr politische Entscheidungstr\u00e4ger*innen und Durchf\u00fchrungsorganisationen mit dem Ziel einer effizienten Mittelverwendung und Harmonisierung von Entwicklungspolitik und Ma\u00dfnahmen in fragilen Kontexten.<br>Vier zentrale Kernthesen und Handlungsempfehlungen werden im Report formuliert. <\/p>\n\n<p>Kernthesen<\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Umsetzung der Agenda 2030 hat in fragilen Kontexten eine kritische Phase erreicht, da insbesondere von Konflikten betroffene Staaten noch weiter zur\u00fcckgeworfen werfen.<\/li>\n\n\n\n<li>Zur Bew\u00e4ltigung der Folgen der COVID-19 Pandemie muss der Fokus insbesondere auf die Beseitigung der Ursachen von Fragilit\u00e4t gelegt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Konfliktpr\u00e4vention ist eine gemeinsame Verantwortung aller Staaten.<\/li>\n\n\n\n<li>Isolation ist keine L\u00f6sung: Die F\u00f6rderung lokaler Resilienz bedarf Partnerschaften auf allen Ebenen.<\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Handlungsempfehlungen (\u201eFit for Fragility\u201c):<\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Organisationen und Prozesse: Das System der internationalen Zusammenarbeit \u201esmarter\u201c machen<\/li>\n\n\n\n<li>Engagement auf L\u00e4nderebene: kompetente Partner identifizieren und unterst\u00fctzen<\/li>\n\n\n\n<li>Strategische Planung: Langfristige Ziele verfolgen und flexible Umsetzung erm\u00f6glichen<\/li>\n\n\n\n<li>Globale Rahmenbedingungen: einen frischen Blick auf partnerschaftlichen Dialog werfen.<\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Am 17. September wurde der Report vom OECD Generalsekret\u00e4r Angel Gurr\u00ed vorgestellt und in einem anschlie\u00dfenden virtuellen Expertenpanel diskutiert. Das BMZ war durch UAL\u2018in Dr. Elke L\u00f6bel vertreten. In ihrem Beitrag betonte sie die hohe Bedeutung des Reports f\u00fcr das deutsche Engagement in fragilen Kontexten sowie die Rolle des International Network for Conflict and Fragility (INCAF) als zentrale internationale Plattform f\u00fcr Entwicklungsans\u00e4tze in Krisenkontexten. Mit Verweis auf die Reformstrategie BMZ 2030 und die darin enthaltene neue Kategorie der \u201eNexus- und Friedenspartnerschaften\u201c veranschaulichte sie anhand konkreter Beispiele das deutsche entwicklungspolitische Engagement im Bereich der Friedensf\u00f6rderung in fragilen Kontexten.   <\/p>\n\n<p>Das International Network for Conflict and Fragility (INCAF) ist ein einzigartiges Netzwerk aus Mitgliedern des OECD-Entwicklungshilfeausschusses (DAC) und wichtigen multilateralen Institutionen, die in fragilen und von Konflikten betroffenen Kontexten arbeiten. Deutschland (BMZ) \u00fcbernahm Anfang 2018 gemeinsam mit Gro\u00dfbritannien (DFID) den Vorsitz. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Knapp zehn Jahre vor dem angestrebten Zieldatum zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 legt der neu erschienene OECD States of Fragility Report 2020 sein Augenmerk auf die verheerenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie in fragilen Kontexten. 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