{"id":6742,"date":"2020-08-27T01:49:00","date_gmt":"2020-08-26T23:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/mehr-in-gesellschaftlichen-wiederaufbau-investieren\/"},"modified":"2025-01-21T16:19:05","modified_gmt":"2025-01-21T15:19:05","slug":"mehr-in-gesellschaftlichen-wiederaufbau-investieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/mehr-in-gesellschaftlichen-wiederaufbau-investieren\/","title":{"rendered":"Mehr in gesellschaftlichen Wiederaufbau investieren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Weltbank hat in einer vom BMZ finanzierten Studie untersucht, wie der Wiederaufbau in den L\u00e4ndern Nordafrikas und des Nahen Ostens (MENA-Region), bspw. im Irak oder im Jemen nachhaltig gelingen kann. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der inklusive gesellschaftliche Wiederaufbau deutlich st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden muss als bisher.  <\/strong><\/p>\n\n<p>Wie kann der Wiederaufbau von Konfliktl\u00e4ndern in der MENA-Region, bspw. im Irak oder in Jemen friedensf\u00f6rdernd, nachhaltig und im Sinne der Bev\u00f6lkerung gestaltet werden? Diese Frage war der Ausgangspunkt einer umfangreichen Studie mit dem Titel <a href=\"\">\u201eBuilding for Peace in MENA \u2013 Reconstruction for Security, Equity, and Sustainable Peace in MENA\u201d <\/a>(kurz: B4P). Die Ergebnisse wurden gemeinsam von BMZ und Weltbank im Juli beim virtuellen Fragility Forum der Weltbank vorgestellt. Seit dem Jahr 2018 hat das BMZ hierzu eng mit der Weltbank zusammengearbeitet und den Bericht finanziert. Zahlreiche Organisationen haben ihre Erfahrungen in den Bericht einflie\u00dfen lassen, darunter die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die KfW Entwicklungsbank, das Deutsche Institut f\u00fcr Entwicklungspolitik (DIE), das Institute for State Effectiveness sowie das Brookings Institute. In regionalen und internationalen Konsultationen wurden Aspekte der Studie diskutiert und erste Ergebnisse vorgestellt, unter anderem beim <a href=\"\">FriEnt Peacebuilding Forum 2018.<\/a> Hier ging es um inklusiven Wiederaufbau und Friedensf\u00f6rderung.      <\/p>\n\n<p><strong>Physischer und gesellschaftlicher Wiederaufbau muss st\u00e4rker zusammen gedacht werden<\/strong><\/p>\n\n<p>Der Bericht fordert ein neues Wiederaufbauparadigma in den L\u00e4ndern der Region (aber auch dar\u00fcber hinaus): Die Wiederherstellung von physischer Infrastruktur und zentralstaatlichen Funktionen \u2013 beispielsweise Schulen oder Krankenh\u00e4user \u2013 seien weiterhin wichtige Bestandteile des Wiederaufbaus. Um zu langfristigem Frieden und nachhaltiger Entwicklung beizutragen, m\u00fcssten internationale Geber aber mehr in die Bearbeitung von Konfliktursachen und in die F\u00f6rderung rechenschaftspflichtiger und legitimer Institutionen investieren. Daneben m\u00fcssten sie die Aushandlung von neuen, inklusiveren Gesellschaftsvertr\u00e4gen mit einem gerechteren Wirtschafts- und Sozialsystem f\u00f6rdern. Es gehe also darum, Wiederaufbau so zu gestalten, dass die Verh\u00e4ltnisse vor Ort langfristig verbessert w\u00fcrden (building back better).   <\/p>\n\n<p>Vier Kernelemente m\u00fcssen internationale Geber hierf\u00fcr laut dem Bericht f\u00fcr zuk\u00fcnftige Wiederaufbauaktivit\u00e4ten besonders beachten:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Entwicklung einer Langzeitstrategie f\u00fcr den Wiederaufbau mit Beteiligung der Bev\u00f6lkerung<\/li>\n\n\n\n<li>die Anwendung eines Konzepts wirtschaftlicher Inklusion durch einkommensschaffende Aktivit\u00e4ten auf nationaler und lokaler Ebene,<\/li>\n\n\n\n<li>eine bessere Einbindung vorhandener sozialer Netzwerke und lokaler Ressourcen, beispielsweise durch Investitionen in Kompetenzen und lokale Institutionen als Startpunkt f\u00fcr Wiederaufbauma\u00dfnahmen<\/li>\n\n\n\n<li>eine bedarfsgerechte Umsetzung der Ma\u00dfnahmen, mit der Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen und Aktivit\u00e4ten flexibel anzupassen.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>Deutsche Erfahrungen bei der Umsetzung in Wert setzen<\/p>\n\n<p>Aufgrund der inhaltlichen Begleitung des Berichts durch das DIE, die GIZ und die KfW wurden Erfahrungen aus der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in den Bericht sowie in verschiedene Weltbankprozesse eingespeist. Die \u00dcbergangshilfe des BMZ tr\u00e4gt zahlreiche Erfahrungen aus ihren Projekten in Wiederaufbaukontexten bei. Das BMZ hat in seiner neuen <a href=\"https:\/\/www.bmz.de\/de\/mediathek\/publikationen\/reihen\/strategiepapiere\/Strategiepapier510_02_2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Strategie der strukturbildenden \u00dcbergangshilfe <\/a>mit dem Handlungsfeld zum friedlichen und inklusiven Zusammenleben diese Erfahrungen und die Empfehlungen des Building for Peace Berichts aufgenommen. Das BMZ setzt zudem erste Erkenntnisse der Studie in seinen Programmen um. So unterst\u00fctzt das BMZ im Rahmen seines Engagements im Irak und im Jemen Friedens- und Dialogf\u00f6rderungsma\u00dfnahmen. Im Irak findet derzeit zudem ein Portfolio-Screening statt, um zu eruieren, wie Erkenntnisse des Berichts in Vorhaben vor Ort reflektiert werden k\u00f6nnen. So sollen diese noch besser im Sinne eines ganzheitlichen Wiederaufbau- und Entwicklungsansatzes verzahnt werden.<br\/>Weiterhin m\u00f6chten wir mit deutschen Expert*innen die Empfehlungen diskutieren und gemeinsam beraten, wie diese in die weitere Ausgestaltung der Entwicklungszusammenarbeit im MENA-Raum einflie\u00dfen k\u00f6nnen und welche Synergien sich bilden lassen: In Diskussionsrunden wollen wir Ende 2020 die bereits 2019 begonnene Rundtischserie zum Thema Wiederaufbau mit deutschen Nichtregierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und Stiftungen weiterf\u00fchren.<br\/>Auch in die internationalen Diskussionen werden wir die Empfehlungen des Berichts zum Wiederaufbau einbringen und gemeinsam mit weiteren interessierten Gebern sowie relevanten Akteuren im Bereich Wiederaufbau unterschiedliche Ans\u00e4tze, Umsetzungserfahrungen und gute Praktiken erarbeiten.      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Weltbank hat in einer vom BMZ finanzierten Studie untersucht, wie der Wiederaufbau in den L\u00e4ndern Nordafrikas und des Nahen Ostens (MENA-Region), bspw. im Irak oder im Jemen nachhaltig gelingen kann. 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