{"id":6790,"date":"2020-03-03T03:46:00","date_gmt":"2020-03-03T02:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/anhaltend-hohe-ruestungsexporte-in-kriegs-und-krisengebiete\/"},"modified":"2025-01-21T16:21:19","modified_gmt":"2025-01-21T15:21:19","slug":"anhaltend-hohe-ruestungsexporte-in-kriegs-und-krisengebiete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/anhaltend-hohe-ruestungsexporte-in-kriegs-und-krisengebiete\/","title":{"rendered":"Anhaltend hohe R\u00fcstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zur Ver\u00f6ffentlichung des Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) R\u00fcstungsexportberichtes 2019 kritisiert Brot f\u00fcr die Welt die anhaltend hohen Genehmigungswerte in Kriegs- und Krisengebiete.<\/strong><\/p>\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Aktuelle Entwicklung im R\u00fcstungsexportbereich<\/h5>\n\n<p>Brot f\u00fcr die Welt beobachtet besorgt den seit Jahren kontinuierlichen Anstieg im internationalen Waffenhandel. Neben den USA, Russland, Frankreich und noch vor China geh\u00f6rt Deutschland dabei seit langem zu den f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Exporteuren von Gro\u00dfwaffensystemen weltweit. Damit kann sich Deutschland einer Mitverantwortung f\u00fcr diesen Trend nicht entziehen. Seit Jahren genehmigt die Bundesregierung R\u00fcstungsexporten in Regionen wie Asien oder den Nahen und Mittleren Osten, obwohl dort Gewaltkonflikte und Aufr\u00fcstungsspiralen zu beobachten sind und tr\u00e4gt damit zu einer Versch\u00e4rfung von Konflikten bei.<br>Brot f\u00fcr die Welt kritisiert vor allem die anhaltend hohen Genehmigungswerte f\u00fcr R\u00fcstungsexporte in sogenannte Drittstaaten \u2013 damit sind Staaten au\u00dferhalb der EU und NATO gemeint. 2018 wurden von der Bundesregierung 53 Prozent der Einzelausfuhrgenehmigungen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro an Drittstaaten erteilt. Was laut den eigenen Grunds\u00e4tzen der Bundesregierung die Ausnahme bleiben sollte, ist seit Jahren zur traurigen Realit\u00e4t und Regel deutscher R\u00fcstungsexportpraxis geworden.     <\/p>\n\n<p><strong>R\u00fcstungsexporte an Jemen-Kriegskoalition<\/strong><\/p>\n\n<p>Traurigstes Beispiel einer fragw\u00fcrdigen deutschen R\u00fcstungsexportpraxis ist dabei der Krieg im Jemen. In dem Land im S\u00fcden der Arabischen Halbinsel spielt sich die weltweit gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Katastrophe ab. Mehr als 24 Millionen Menschen \u2013 etwa 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung &#8211; sind auf Hilfe angewiesen. Seit \u00fcber vier Jahren herrscht Krieg im Jemen. Und doch finden sich L\u00e4nder der Jemen-Kriegskoalition wie \u00c4gypten oder die Vereinigten Arabische Emirate sowohl 2018 als auch 2019 unter den Empf\u00e4ngern deutscher R\u00fcstungsexporte.    <\/p>\n\n<p><strong>Politische Grunds\u00e4tze<\/strong><\/p>\n\n<p>Im Sommer 2019 hat die Bundesregierung \u00fcberarbeitete Grunds\u00e4tze f\u00fcr den Export von Kriegswaffen und sonstigen R\u00fcstungsg\u00fctern vorgestellt, die eine Versch\u00e4rfung der bestehenden Praxis bringen sollten. Nach den neuesten vorliegenden Zahlen wurden im Jahr 2019 jedoch mehr R\u00fcstungsexportgenehmigungen erteilt als jemals zuvor. Diese Diskrepanz zwischen Rhetorik und tats\u00e4chlichen Genehmigungen zeigt deutlich, dass Deutschland von einer restriktiven und den Menschenrechten verpflichteten R\u00fcstungsexportpolitik weit entfernt ist. Es ist daher an der Zeit, dass Deutschland ein restriktives R\u00fcstungsexportkontrollgesetz verabschiedet, das R\u00fcstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete unterbindet.   <\/p>\n\n<p><strong>Mandat der Fachgruppe<\/strong><\/p>\n\n<p>Brot f\u00fcr die Welt und die GKKE treten weltweit mit ihren Partnerkirchen und Partnerorganisationen f\u00fcr eine Ausrichtung der R\u00fcstungsexportpolitik an dem christlichen Leitbild des Gerechten Friedens ein. Besonders bei Genehmigungen von R\u00fcstungsausfuhren in Konfliktregionen, an Regierungen, die f\u00fcr systematische Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, gilt es immer wieder genau zu hinterfragen, ob diese R\u00fcstungsexporte tats\u00e4chlich den Erfordernissen von Frieden und menschlicher Entwicklung entsprechen.<br>Der R\u00fcstungsexportbericht 2019 der GKKE kann hier heruntergeladen werden.<br>Hintergrund: Brot f\u00fcr die Welt ist Teil der Fachgruppe R\u00fcstungsexporte der \u201eGemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE)\u201c. Der j\u00e4hrliche R\u00fcstungsexportbericht stellt \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen \u00fcber die deutschen Ausfuhren von Kriegswaffen und R\u00fcstungsg\u00fctern zusammen und bewertet die R\u00fcstungsexportpolitik aus Sicht der Friedens-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik.  <\/p>\n\n<p>Der Bericht kann <a href=\"https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Downloads\/P-R\/ruestungsexportbericht-2019.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=18\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier <\/a>abgrufen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Ver\u00f6ffentlichung des Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) R\u00fcstungsexportberichtes 2019 kritisiert Brot f\u00fcr die Welt die anhaltend hohen Genehmigungswerte in Kriegs- und Krisengebiete. Aktuelle Entwicklung im R\u00fcstungsexportbereich Brot f\u00fcr die Welt beobachtet besorgt den seit Jahren kontinuierlichen Anstieg im internationalen Waffenhandel. Neben den USA, Russland, Frankreich und noch vor China geh\u00f6rt Deutschland dabei seit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":5727,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1248],"autor":[],"blog-serie":[],"fokusthema":[],"organisation":[471],"region":[],"thema_artikel":[],"class_list":["post-6790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-current-articles-en","organisation-bread-for-the-world"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6790"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6791,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6790\/revisions\/6791"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5727"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6790"},{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=6790"},{"taxonomy":"blog-serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-serie?post=6790"},{"taxonomy":"fokusthema","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/fokusthema?post=6790"},{"taxonomy":"organisation","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/organisation?post=6790"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=6790"},{"taxonomy":"thema_artikel","embeddable":true,"href":"https:\/\/frient.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/thema_artikel?post=6790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}