{"id":6804,"date":"2019-02-04T04:27:00","date_gmt":"2019-02-04T03:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/oecd-incaf-vorsitz\/"},"modified":"2025-01-21T16:22:16","modified_gmt":"2025-01-21T15:22:16","slug":"oecd-incaf-vorsitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/oecd-incaf-vorsitz\/","title":{"rendered":"OECD &#8211; INCAF Vorsitz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Deutschland (BMZ) \u00fcbernahm Anfang 2018 gemeinsam mit Gro\u00dfbritannien (DFID) den Vorsitz des International Network on Conflict and Fragility (INCAF) im Development Assistance Committee (DAC) der OECD, um dar\u00fcber die internationale Diskussion zu Fragilit\u00e4t, Krisenpr\u00e4vention und Friedensf\u00f6rderung verst\u00e4rkt mitzupr\u00e4gen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die INCAF-Vorsitzenden setzten zu Beginn des Jahres drei Schwerpunkte f\u00fcr die Arbeit des Fachnetzwerks:<\/p>\n\n<p><strong>1. Gemeinsame Positionierung f\u00fcr effektivere Krisenpr\u00e4vention und Friedensf\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n\n<p>Ein wichtiger Arbeitsstrang im INCAF war die Initiierung und fachliche Vorbereitung einer <strong>DAC-Empfehlung zum <\/strong><strong><em>sogenannten Humanitarian-Development-Peace Nexus<\/em><\/strong>. Mit der Empfehlung soll ein gemeinsames internationales Verst\u00e4ndnis zentraler Standards und Prinzipien zur Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure der Humanit\u00e4ren Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensf\u00f6rderung in Krisenregionen gef\u00f6rdert werden. Die voraussichtlich im Februar 2019 zu verabschiedende Empfehlung unterst\u00fctzt die Umsetzung der beim <em>World Humanitarian Summit (WHS)<\/em> getroffenen Vereinbarung zu einem <em>New Way of Working<\/em> und unterstreicht die hohe Bedeutung des Themas f\u00fcr die Arbeit der im OECD-DAC zusammengeschlossenen Geber.  <\/p>\n\n<p>Mit dem <strong><em>States of Fragility Report<\/em><\/strong> (Juni 2018) der OECD konnte verdeutlicht werden, dass die erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 einen Fokus auf fragile Staaten voraussetzt. Das BMZ f\u00f6rdert f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Jahre das neue OECD-Projekt <em>Fit for Fragility<\/em>, das sich mit der Frage auseinandersetzt, welche F\u00e4higkeiten internationale Akteure ben\u00f6tigen und ausbauen k\u00f6nnen, um effektiver in fragilen Staaten zu operieren. <\/p>\n\n<p>Zudem wurden 2018 wichtige internationale Foren, wie zum Beispiel das <strong><em>Fragility Forum<\/em><\/strong><strong> der Weltbank<\/strong>, genutzt, um strategische Ansatzpunkte f\u00fcr effektive Krisenpr\u00e4vention und Friedensf\u00f6rderung zu er\u00f6rtern. So wurde eine INCAF-Stellungnahme zur Umsetzung des VN-Weltbank Berichts Pathways for Peace erarbeitet und mit Vertreter*innen fragiler Staaten und der Zivilgesellschaft diskutiert. INCAF wird auch 2019 die Umsetzung der Empfehlungen des <em>Pathways for Peace Reports<\/em> weiter begleiten.  <\/p>\n\n<p>INCAF tauscht sich zunehmend mit anderen OECD-Netzwerken zu relevanten Themen f\u00fcr fragile Kontexte aus, um sich gemeinsam f\u00fcr eine effektivere Friedensf\u00f6rderung zu positionieren &#8211; insbesondere zu guter Regierungsf\u00fchrung (GovNet), Genderfragen (GenderNet) und Monitoring in fragilen Staaten (Global Partnership for Effective Development Cooperation). In 2019 werden zu diesen Themen neue OECD-Handreichungen erscheinen. <\/p>\n\n<p><strong>2. Aufarbeitung von <em>best practices <\/em>der Entwicklungszusammenarbeit mit fragilen Staaten<\/strong><\/p>\n\n<p>2018 wurde der umfangreiche <strong>Leitfaden <\/strong><strong><em>Financing for Stability<\/em><\/strong><strong> (OECD)<\/strong> ver\u00f6ffentlicht, der Impulse f\u00fcr spezifische Finanzierungsinstrumente in fragilen Kontexten liefert. Mit der strukturbildenden \u00dcbergangshilfe und dem Africa Agriculture and Trade Investment Fund (AATIF) wurden zwei deutsche Finanzierungsinstrumente in den Leitfaden der OECD aufgenommen. Es wurde deutlich, dass es zur Umsetzung der Agenda 2030 in fragilen und von Konflikt betroffenen Kontexten neuer Finanzierungsinstrumente bedarf, die zus\u00e4tzliche \u00f6ffentliche und private Mittel mobilisieren und gleichzeitig Investitionsrisiken mindern.   <\/p>\n\n<p><strong>Bi- und multilaterale Finanzinstitutionen<\/strong> haben ihr Engagement in fragilen Kontexten zuletzt enorm ausgebaut. Mit dem <em>pivot to prevention<\/em> verfolgt die <strong>Weltbank<\/strong> eine strategische Neuausrichtung ihres Portfolios, das verst\u00e4rkt auf Pr\u00e4ventions- und Resilienzst\u00e4rkung abzielt. So sollen Risikofaktoren f\u00fcr Instabilit\u00e4t und Konflikt adressiert werden. Die Anteilseigner der Bank haben hierf\u00fcr eine Verdopplung der Mittel f\u00fcr fragile Staaten im Rahmen der IDA-18-Wiederauff\u00fcllung freigegeben. Bei INCAF wurden aktuelle Umsetzungsfortschritte mit Partnerl\u00e4ndern, neue Partnerschaften im Rahmen der Humanitarian-Development-Peace Initiative der Weltbank und der Vereinten Nationen sowie der Ausbau von Analysekapazit\u00e4ten f\u00fcr das Krisenengagement der Bank diskutiert.    <\/p>\n\n<p>Auch f\u00fcr den <strong>Internationalen W\u00e4hrungsfonds<\/strong> steigt die Bedeutung des Engagements in fragilen Kontexten, insbesondere bei der Kapazit\u00e4tsentwicklung makro\u00f6konomischer Kerninstitutionen. Bei INCAF wurden neue Managementma\u00dfnahmen des IWF vorgestellt, die u.a. darauf zielen, verst\u00e4rkt qualifiziertes Personal in fragile Staaten zu entsenden. <\/p>\n\n<p>Als bilaterale F\u00f6rderbank stellte die deutsche Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) bei INCAF ihre <em>lessons learnt<\/em> aus der Finanziellen Zusammenarbeit mit fragilen Staaten vor. Die Finanzielle Zusammenarbeit der KfW mit fragilen Staaten hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt und konzentriert sich vor allem auf Syrien, Horn von Afrika, Afghanistan und West Afrika. <\/p>\n\n<p>Beim <strong>High-level Political Forum (HLPF)<\/strong> \u2013 dem zentralen Gremium zur Gesamtkoordinierung aller Follow-up- und Review-Prozesse, die die Umsetzung der Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung betreffen \u2013 wird 2019 auch SDG 16 \u00fcberpr\u00fcft. INCAF setzt sich daf\u00fcr ein, dass die Friedensdimension der Agenda 2030 und speziell von SDG 16 beim kommenden HLFP besondere Beachtung findet. <\/p>\n\n<p><strong>3. INCAF beim International Dialogue for State- and Peacebuilding (IDPS)<\/strong><\/p>\n\n<p>Zum 10-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des IDPS \u00fcbernahm Kanada als INCAF-Repr\u00e4sentant gemeinsam mit Sierra Leone den Vorsitz der Dialogplattform IDPS. Der IDPS ist das erste Forum f\u00fcr politischen Dialog, welches von Konflikten und Fragilit\u00e4t betroffene Staaten (g7+), Geber (INCAF) und Zivilgesellschaft (CSPPS) zusammenbringt. Alle Akteure dieser Multi-Akteurspartnerschaft haben sich zu spezifischen Zielen zur F\u00f6rderung von Frieden und St\u00e4rkung legitimer Staatlichkeit bekannt (sog. New Deal for Engagement in Fragile States). Auf der Umsetzungsebene wird eine Verkn\u00fcpfung der im New Deal enthaltenen Handlungsprinzipien der effektiven und konfliktsensiblen Entwicklungszusammenarbeit mit fragilen Staaten mit den Zielen der Agenda 2030 weiter vorangetrieben<strong>.<\/strong>   <\/p>\n\n<p>Bei einem Treffen der Steuerungsgruppe des IDPS im Dezember 2018 wurden zudem drei priorit\u00e4re Themen f\u00fcr den politischen Dialog zwischen den Mitgliedern f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Jahre festgelegt: (1) Nationale Koh\u00e4sion und Vers\u00f6hnung; (2) Frauen, Frieden und Sicherheit &#8211; Umsetzung der VN-Resolution 1325 sowie (3) friedensf\u00f6rdernde Investitionen des Privatsektors.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland (BMZ) \u00fcbernahm Anfang 2018 gemeinsam mit Gro\u00dfbritannien (DFID) den Vorsitz des International Network on Conflict and Fragility (INCAF) im Development Assistance Committee (DAC) der OECD, um dar\u00fcber die internationale Diskussion zu Fragilit\u00e4t, Krisenpr\u00e4vention und Friedensf\u00f6rderung verst\u00e4rkt mitzupr\u00e4gen. 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