{"id":6820,"date":"2019-01-08T22:06:00","date_gmt":"2019-01-08T21:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/traumaarbeit-als-zentraler-bestandteil-von-friedensarbeit\/"},"modified":"2025-01-21T16:22:18","modified_gmt":"2025-01-21T15:22:18","slug":"traumaarbeit-als-zentraler-bestandteil-von-friedensarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/traumaarbeit-als-zentraler-bestandteil-von-friedensarbeit\/","title":{"rendered":"Traumaarbeit als zentraler Bestandteil von Friedensarbeit"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Entwicklungs- und Friedensarbeit im Kontext von Trauma stellt Projektpartner vor Ort und auch Mitarbeitende von MISEREOR vor besondere Herausforderungen. Um mit diesen Herausforderungen professionell und sensibel umzugehen, organisierte MISEREOR 2017\/2018 eine dreiteilige Fortbildungsreihe zum Thema traumasensible EZ. Durch eigene Erfahrungen und Beispiele der Teilnehmenden gelang es die Veranstaltungen fallbezogen und handlungsorientiert auszurichten.  <\/strong><\/p>\n\n<p>Das erste Seminar vermittelte die grundlegenden Definitionen von Trauma und die Prinzipien der Traumasensibilit\u00e4t anhand bestehender MISEREOR-Projekte. Es ging darum, Traumafolgen erkennen zu lernen und daraus erwachsende Reaktionen und Dynamiken im jeweiligen kulturellen Kontext zu verstehen, um eine Unterst\u00fctzung m\u00f6glichst traumasensibel zu gestalten. <\/p>\n\n<p>Das zweite Seminar nahm die systemische Dimension von Trauma in den Blick und befasste sich mit den Auswirkungen von Trauma in Projekten, Teams und Organisationen. Was bedeutet es f\u00fcr Organisationen, in Kontexten von Trauma zu arbeiten? Wie erkennen Referent*innen aus Deutschland destruktive Traumadynamiken in Projektteams und Organisationen, mit denen sie im Ausland zusammenarbeiten, und wie k\u00f6nnen sie hilfreich darauf Einfluss nehmen? Die Arbeit MISEREORs ist gepr\u00e4gt von einem solidarischen Verst\u00e4ndnis von Partnerschaft. Das bedingt ein empathisches Nachvollziehen und Miterleben der Situationen und Schicksale, denen sich Menschen ausgesetzt sehen. Auch Mitarbeitende, die von Deutschland aus arbeiten, sind Zeug*innen von gro\u00dfen Belastungen, die Menschen erfahren. Im Sinne der F\u00fcrsorgepflicht f\u00fcr Mitarbeitende ist es die Aufgabe MISEREORs, R\u00e4ume daf\u00fcr zu schaffen, das direkt und auch indirekt Erlebte so zu bearbeiten, dass selbst bei langj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit ein gesundes Arbeiten m\u00f6glich ist und keine Abstumpfung im Sinne einer \u201eMitgef\u00fchlsersch\u00f6pfung\u201c (Compassion Fatigue) eintritt.      <\/p>\n\n<p>Das dritte Seminar hatte deshalb die Themen Selbstf\u00fcrsorge und organisationale F\u00fcrsorge zum Inhalt. Nach der Identifizierung m\u00f6glicher Quellen f\u00fcr Belastung im spezifischen Arbeitskontext erlernten die Teilnehmenden notwendige Strategien der Selbstf\u00fcrsorge. MISEROR arbeitet als Arbeitgeber daran, Unterst\u00fctzungsangebote auszuweiten und weiter zu professionalisieren, damit Mitarbeitende Partner und Projekte ad\u00e4quat begleiten k\u00f6nnen und dabei selbst langfristig gesund, motiviert und einsatzbereit bleiben.  <\/p>\n\n<p>Als Grundlage f\u00fcr einen vertieften fachlichen Austausch im eigenen Haus sowie mit Partnern und mit anderen Akteuren, hat MISEREOR nun ein Positionspapier \u201eZur Traumaarbeit als zentralem Bestandteil von Friedensarbeit und Entwicklungszusammenarbeit\u201c ver\u00f6ffentlicht. Erste R\u00fcckmeldungen von Partnerorganisationen bescheinigen dem Papier, dass es sehr hilfreich und in seiner Benennung der Herausforderungen und Empfehlungen anspruchsvoll ist. Damit ist es gerade f\u00fcr die Arbeit in Prozessen des gesellschaftlichen Wiederaufbaus in (Post-) Konfliktgesellschaften relevant, in denen die Grenzen zwischen \u201eT\u00e4ter\u201c und \u201eOpfer\u201c bisweilen verschwimmen und doch \u00fcberwunden werden m\u00fcssen, um ein Ende von Gewaltspiralen zu erm\u00f6glichen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entwicklungs- und Friedensarbeit im Kontext von Trauma stellt Projektpartner vor Ort und auch Mitarbeitende von MISEREOR vor besondere Herausforderungen. Um mit diesen Herausforderungen professionell und sensibel umzugehen, organisierte MISEREOR 2017\/2018 eine dreiteilige Fortbildungsreihe zum Thema traumasensible EZ. Durch eigene Erfahrungen und Beispiele der Teilnehmenden gelang es die Veranstaltungen fallbezogen und handlungsorientiert auszurichten. 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