{"id":6832,"date":"2018-06-28T22:35:00","date_gmt":"2018-06-28T20:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/under-25-jugendinitiativen-in-der-grossen-seen-region\/"},"modified":"2025-01-21T16:22:58","modified_gmt":"2025-01-21T15:22:58","slug":"under-25-jugendinitiativen-in-der-grossen-seen-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/under-25-jugendinitiativen-in-der-grossen-seen-region\/","title":{"rendered":"Under 25 \u2013 Jugendinitiativen in der Gro\u00dfen Seen Region"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Auf einer gemeinsamen Tagung der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und des \u00d6kumenischen Netzes Zentralafrika (\u00d6NZ) in Berlin zur Rolle der Jugend in der Gro\u00dfen Seen Region, forderten Teilnehmende ein st\u00e4rkeres Engagement der Bunderegierung f\u00fcr Frieden in Zentralafrika. In den letzten Monaten hat sich die politische Situation insbesondere in Burundi und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) weiter zugespitzt. <\/strong><\/p>\n\n<p>Die Handlungsm\u00f6glichkeiten der Jugend in der Gro\u00dfen Seen Region sind sehr stark eingeschr\u00e4nkt: Neben Gewalt und extremer Armut blockiert zum einen die \u00e4ltere Generation durch fortw\u00e4hrenden Machterhalt und Repression politische Partizipationsm\u00f6glichkeiten. Zum anderen sind sich die jungen Menschen ihrer politischen Rechte und \u2013Einflussm\u00f6glichkeiten h\u00e4ufig nicht bewusst und stehen daher wenig f\u00fcr ihre W\u00fcnsche ein. <\/p>\n\n<p>Sensibilisierungsarbeit in der DR Kongo leistet u.a. die Jugendbewegung La Lucha (Lutte pour le changement), die durch friedliche Proteste die Regierung zur Wahrung der b\u00fcrgerlichen Rechte auffordert. Sie setzt bei ihrem Engagement vor allem auf Kompromissfindung und flache Hierarchien. Durch das Fehlen einer Gesch\u00e4ftsordnung oder eines Vorstands weist die Bewegung keine herk\u00f6mmliche juristische Struktur auf und bietet daher wenig Angriffsfl\u00e4che zur Einschr\u00e4nkung durch den Staat. Zudem versucht La Lucha den Diskurs \u00fcber verschiedene Handlungsm\u00f6glichkeiten auch mit anderen Jugendbewegungen aufrechtzuerhalten. Auf dem ersten Panel sprach man nicht von einer Fragmentierung der Jugend, sondern vielmehr von einem breiten Spektrum an Meinungen, die sich jedoch in der Kritik an der Politik einen. Man bef\u00fcrchte vielmehr ein Einheitsdenken der j\u00fcngeren Generation als gef\u00e4hrlichen Wegbereiter f\u00fcr Repression.     <\/p>\n\n<p>Auf dem zweiten Panel diskutierten internationale Expert\/innen \u00fcber die Herausforderungen, die sich in der Gro\u00dfen Seen Region f\u00fcr die internationale Gemeinschaft ergeben. Die Europ\u00e4ische Union (EU) und die Vereinten Nationen (VN) s\u00e4hen sich besonders in dieser Region einer starken Legitimationskrise seitens der Zivilgesellschaft ausgesetzt. Viele Menschen f\u00fchlten sich im Stich gelassen und vertrauten nicht mehr auf au\u00dfenpolitisches Handeln. Zudem verst\u00e4rkten ambivalentes Agieren der westlichen L\u00e4nder sowie das Verschwinden der Region aus der internationalen Berichterstattung diese Stimmung.   <\/p>\n\n<p>Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die EU und die VN best\u00fcnden demnach im konstanten Austausch mit der lokalen Zivilgesellschaft. V\u00f6lkerrechtsverletzungen m\u00fcssten konsequent strafrechtlich verfolgt und sichtbar gemacht werden. Im Hinblick auf die Jugend sollten M\u00f6glichkeiten der Bildung und der Besch\u00e4ftigung unterst\u00fctzt sowie politische und b\u00fcrgerliche Grundrechte gewahrt werden. Die Wahrnehmung der Jugend als ein politischer Akteur des Wandels sei dabei von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung.   <\/p>\n\n<p>Abgerundet wurde der Tag durch die Verleihung des \u00d6NZ-Friedenspreises an die Jugendbewegung La Lucha. Uwe Kekeritz, entwicklungspolitischer Sprecher von B\u00fcndnis 90\/ die Gr\u00fcnen und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag, w\u00fcrdigte in seiner Laudatio die Entschlossenheit und den Mut, sich einer Regierung entgegenstellen, \u201edie brutaler und korrupter nicht sein k\u00f6nnte und die mit Gewalt gegen das eigene Volk vorgeht und den reichen Kongo zu einem armen Land macht.\u201c Dabei kritisierte Kekeritz auch die Industriestaaten, die u.a. durch Rohstoffhandel und die Erm\u00f6glichung von Geldw\u00e4sche sich zum Steigb\u00fcgelhalter dieser Kleptokraten-Regierung machten.  <\/p>\n\n<p>An der Tagung nahmen Vertreter und Vertreterinnen aus der Zivilgesellschaft aus der Region der Gro\u00dfen Seen, aus Deutschland und anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sowie aus Bundestag und Ausw\u00e4rtigem Amt Teil. Das \u00d6NZ wird sich weiter f\u00fcr ein verst\u00e4rktes politisches Engagement Deutschlands und der EU im Blick auf eine friedliche L\u00f6sung der Konflikte und Abhaltung von Pr\u00e4sidentschaftswahlen in der DRK im Dezember 2018 einsetzen. <\/p>\n\n<p>Das \u00d6NZ ist ein Netzwerk christlicher Hilfswerke in Deutschland f\u00fcr Frieden und Menschenrechte in Ruanda, Burundi, und der DR Kongo. Mitglieder des \u00d6NZ sind die AGEH, Brot f\u00fcr die Welt, Eirene Misereor, pax christi, und die Vereinte Evangelische Mission. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf einer gemeinsamen Tagung der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und des \u00d6kumenischen Netzes Zentralafrika (\u00d6NZ) in Berlin zur Rolle der Jugend in der Gro\u00dfen Seen Region, forderten Teilnehmende ein st\u00e4rkeres Engagement der Bunderegierung f\u00fcr Frieden in Zentralafrika. 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