{"id":6834,"date":"2018-06-21T22:41:00","date_gmt":"2018-06-21T20:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/auswirkungen-chinesischen-wirtschaftsengagements-in-myanmar\/"},"modified":"2025-01-21T16:22:59","modified_gmt":"2025-01-21T15:22:59","slug":"auswirkungen-chinesischen-wirtschaftsengagements-in-myanmar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/auswirkungen-chinesischen-wirtschaftsengagements-in-myanmar\/","title":{"rendered":"Auswirkungen chinesischen Wirtschaftsengagements in Myanmar"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das FriEnt-Fachgespr\u00e4ch zu den Auswirkungen chinesischen Wirtschaftsengagements in Myanmar diskutierte fehlende Ressourcen, potentielle L\u00f6sungen und den Zusammenhang mit aktuellen Gewaltentwicklungen und Solidari\u00e4tsbewegungen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Angesichts riesiger Infrastrukturprojekte f\u00fcr die Energieversorgung Chinas wie auch f\u00fcr wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten im Rahmen der \u201eOne Belt \u2013 One Road\u201c &#8211; Initiative der chinesischen Regierung zur Erneuerung der \u201eSeidenstrasse\u201c sind verschiedene Regionen in Myanmar, wie etwa Kachin aber auch Rakhine State und andere Konfliktgebiete Myanmars besonders betroffen. Die gr\u00f6\u00dften Probleme entstehen dabei durch: <\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>die \u201eEconomic Zones\u201c: der wirtschaftlichen Infrastruktur und Entwicklung vorbehaltene Gro\u00dfareale, aus denen die Bev\u00f6lkerung vertrieben wird;<\/li>\n\n\n\n<li>Landnahme durch staatliche Stellen und\/oder private Akteure, ohne die Anrechte der lokalen Landnutzenden zu ber\u00fccksichtigen und\/oder die Betroffenen angemessen an den Profiten zu beteiligen oder sie angemessen f\u00fcr erlittenen Verluste zu entsch\u00e4digen;<\/li>\n\n\n\n<li>informellen Handel sowie<\/li>\n\n\n\n<li>den illegalen Handel und organisierte Kriminalit\u00e4t, v.a. im Bereich Drogen- und Menschenhandel.<\/li>\n<\/ol>\n\n<p>In der Veranstaltungsreihe zu Wirtschaft und Frieden organisierte FriEnt Mitte Juni ein Hintergrundgespr\u00e4ch, das erneut einen speziellen Blick auf den Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Friedens- bzw. Gewaltentwicklungen in Myanmar er\u00f6ffnete: G\u00e4ste aus Myanmar und aus Kambodscha, berichteten \u00fcber die Auswirkungen chinesischen Wirtschaftsengagements in Myanmar und stellten sich den Fragen der Teilnehmenden.<\/p>\n\n<p>In Anbetracht der 2020 erneut anstehenden Parlamentswahlen versucht die Regierungskoalition, die schwelenden Konflikte unter Kontrolle zu halten und schnelle L\u00f6sungen zu finden. Jedoch sind die Ressentiments gegen\u00fcber chinesischen Investoren in der birmesischen Bev\u00f6lkerung teilweise sehr gro\u00df und es gibt verschiedentlich Demonstrationen und Solidarit\u00e4tsbewegungen gegen chinesische Gro\u00dfprojekte. Aktivist*innen werden inhaftiert. An anderen Stellen, wie etwa in Kachin State, werden D\u00f6rfer, in denen sich Unmut gegen gro\u00dfe Agrarprojekte regt, ganz von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten und die Bev\u00f6lkerung festgesetzt. Vor allem in den Grenzregionen zwischen Myanmar und China wird alles getan, um nach au\u00dfen einen Eindruck von Stabilit\u00e4t und erfolgreichem Wirtschaftswachstum zu vermitteln.    <\/p>\n\n<p>China seinerseits bereitet sich und seine im Ausland t\u00e4tigen Unternehmer*innen gezielt vor, um Gro\u00dfprojekte schnell und erfolgreich zu etablieren. Regionales Know-how wie auch lokale Sprachkenntnisse sind dabei das Minimum. Vielfach fehlt es jedoch an ausreichenden M\u00f6glichkeiten und Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander, um gemeinsame Vorhaben zu entwickeln. Auch Partikularinteressen einer sich an den Ressourcen bereichernden und bewaffneten Elite stehen einem angemessenen Dialog und angepasstem Vorgehen entgegen. Es m\u00fcsse bef\u00fcrchtet werden, dass Widerst\u00e4nde an der Basis gegen\u00fcber chinesischen Seidenstra\u00dfen-Aktivit\u00e4ten anstiegen und demgegen\u00fcber die Einzelinteressen lokaler und\/oder milit\u00e4rischer Eliten (Tatmadaw) in neue gewaltsame Auseinandersetzungen m\u00fcnden. Um dies zu verhindern, w\u00e4re es f\u00fcr zivilgesellschaftliche und staatliche, nationale und internationale Akteure wichtig, sich st\u00e4rker als bisher im Dialog mit chinesischen Akteur*innen in Myanmar und China zu engagieren und M\u00f6glichkeiten der Kooperation und gegenseitigen Beratung auszuarbeiten. Dies, so lie\u00df sich am Ende der Debatte feststellen, sei eine dringende Notwendigkeit im Sinne der \u201aSustaining Peace \u2013 preventing (new) violence\u2018-Agenda des UN-Generalsekret\u00e4rs und b\u00f6te Chancen f\u00fcr alle Akteure im Sinne des Friedenserhalts und der Gewaltpr\u00e4vention.      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das FriEnt-Fachgespr\u00e4ch zu den Auswirkungen chinesischen Wirtschaftsengagements in Myanmar diskutierte fehlende Ressourcen, potentielle L\u00f6sungen und den Zusammenhang mit aktuellen Gewaltentwicklungen und Solidari\u00e4tsbewegungen. 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