{"id":6856,"date":"2017-03-28T23:31:00","date_gmt":"2017-03-28T21:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/regionaler-partnerworkshop-zu-landrechten-in-suedostasien\/"},"modified":"2025-01-21T16:23:31","modified_gmt":"2025-01-21T15:23:31","slug":"regionaler-partnerworkshop-zu-landrechten-in-suedostasien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/regionaler-partnerworkshop-zu-landrechten-in-suedostasien\/","title":{"rendered":"Regionaler Partnerworkshop zu Landrechten in S\u00fcdostasien"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>S\u00fcdostasien ist ein \u201eHotspot\u201c f\u00fcr das Ph\u00e4nomen des Landraubs, beziehungsweise der Landvergabe an Investoren ohne R\u00fccksichtnahme und Beachtung der legitimen Landrechte der lokalen Bev\u00f6lkerung. Insgesamt sind bereits \u00fcber 10 Millionen Hektar Land an Investoren vergeben und Landkonflikte sowie damit verbundene Gewalt nehmen auf allen Ebenen zu. \u201eLand Rights Matter\u201c war daher das Motto eines regionalen Partnerworkshops von Brot f\u00fcr die Welt vom 16.-21. Januar 2017 in Siem Reap, Kambodscha.  <\/strong><\/p>\n\n<p>Die beschriebene Situation stellt f\u00fcr eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Organisationen in L\u00e4ndern S\u00fcdostasiens, die sich mit den unterschiedlichen Themen der l\u00e4ndlichen Entwicklung, Menschenrechtsarbeit, Ern\u00e4hrungssicherung und gewaltfreier Konfliktbearbeitung besch\u00e4ftigen, eine zunehmende Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund fand eine regionale Partnerkonsultation mit insgesamt 35 Teilnehmenden statt, zu der Landrechts-Expertinnen und Experten aus zw\u00f6lf zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen aus Vietnam, Myanmar, den Philippinen, Indonesien, China und Kambodscha nach Siem Reap gekommen waren. Der Workshop diente als sicherer Raum f\u00fcr den Erfahrungsaustausch zu dem f\u00fcr alle Beteiligten zunehmend gef\u00e4hrlicher werdenden Thema \u201eLandrechte\u201c und \u201eVerhinderung von Landraub\u201c. Der Austausch erm\u00f6glichte Reflektion \u00fcber Erfolge und Lernerfahrungen sowie die gemeinsame Analyse von Chancen und Risiken der Arbeit im Einsatz f\u00fcr Landrechte. Er sollte auch zu einer st\u00e4rkeren Vernetzung und Unterst\u00fctzung von gemeinsamer Lobby- und Advocacyarbeit beitragen.    <\/p>\n\n<p>Mit der im September 2016 ver\u00f6ffentlichten Studie \u201eLand Rights Matter \u2013 Anchors to reduce Land Grabbing, Dispossession and Displacement\u201c war der Partnerworkshop vorbereitet worden. Der Autor, Andreas Neef, brachte die Kernergebnisse der Studie ein, in der die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Legitimit\u00e4t von Land- und Besitzrechten, sowie Konfliktbearbeitungsmechanismen in Kambodscha, Myanmar, Vietnam, Indonesien, Philippinen und Laos verglichen wurden. Diese zusammenfassende Analyse der Situation in den sechs s\u00fcdostasiatischen L\u00e4ndern sowie die Diskussion dar\u00fcber, wie internationale Regelwerke Landraub verhindern k\u00f6nnen, bildeten den Ausgangspunkt f\u00fcr den Austausch zwischen den Teilnehmenden.  <\/p>\n\n<p>Im Umgang mit chinesischen Investoren im Rahmen des regionalen Engagements der amerikanischen Qu\u00e4ker-Stiftung (American Friends Service Committee, AFSC) zu \u201eBusiness and Peace China\/Cambodia&#8221; konnten Lernerfahrungen zu Austausch und Dialog zwischen chinesischen Investoren und Betroffenen aus kambodschanischen Gemeinschaften gezogen werden. Unter dem Stichwort \u201eFollow the Money\u201c wurden Methoden und Erfahrungen aus der Fallarbeit und Recherche zu Finanziers (Investoren, Banken, Entwicklungsfinanzinstitutionen) thematisiert. Ferner wurden die internationalen Regelwerke, darunter unter anderem die \u201eFreiwilligen Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung der Nutzung von Land, Fischgr\u00fcnden und W\u00e4ldern\u201c (VGGT) vorgestellt und mit Blick auf Anwendbarkeit und zur Verhinderung von Landraub diskutiert. <\/p>\n\n<p>F\u00fcr die Teilnehmenden boten sich Lern- und Vernetzungsm\u00f6glichkeiten zu Themen wie Gef\u00e4hrdung von und Schutz f\u00fcr LandrechtsverteidigerInnen, shrinking space im Bereich Landrechte und Investitionen, und Missachtung von Gewohnheitsrechten sowie traditionellen Rechten von Indigenen. Die fortgesetzte Konzessionsvergabe gro\u00dfer Landfl\u00e4chen an internationale Konzerne und nationale Eliten und die fehlende Umsetzung nationaler Gesetze versch\u00e4rfen in verschiedenen L\u00e4ndern Konflikte und Gewalt. Eine gro\u00dfe Herausforderung in der Lobby- und Advocacyarbeit f\u00fcr die Einhaltung der legitimen Landrechte f\u00fcr lokale Gruppen entsteht aus der zunehmenden Spaltung der lokalen Gemeinschaften in Gegner und Bef\u00fcrworter der Landkonzessionen, die durch das Taktieren der Investoren und h\u00e4ufig massiven Druck und Bedrohung durch staatliche Stellen versch\u00e4rft werden. Menschenrechtliche Anliegen werden in vielen F\u00e4llen zunehmend delegitimiert und zivilgesellschaftliche Akteure und LandrechtsaktivistInnen als St\u00f6renfriede gebrandmarkt und verfolgt. Konfliktsensibilit\u00e4t beziehungsweise Do no harm\/Local capacities for peace sind Themen, die die Teilnehmenden untereinander und gemeinsam mit Brot f\u00fcr die Welt weiter verfolgen wollen.    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcdostasien ist ein \u201eHotspot\u201c f\u00fcr das Ph\u00e4nomen des Landraubs, beziehungsweise der Landvergabe an Investoren ohne R\u00fccksichtnahme und Beachtung der legitimen Landrechte der lokalen Bev\u00f6lkerung. 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