{"id":9215,"date":"2017-11-29T22:01:00","date_gmt":"2017-11-29T21:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/frient.de\/16-forum-in-tiflis\/"},"modified":"2024-12-09T22:05:15","modified_gmt":"2024-12-09T21:05:15","slug":"16-forum-in-tiflis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frient.de\/en\/artikel\/16-forum-in-tiflis\/","title":{"rendered":"16+ Forum in Tiflis"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Welche Erfahrungen haben Staaten bisher bei der Umsetzung von SDG 16 gemacht? Wer hat \u201ebest practice\u201c und vielversprechende Ans\u00e4tze zur Erreichung von friedlichen, inklusiven und gerechten Gesellschaften? Welche Rolle kann die Zivilgesellschaft bei der Umsetzung und \u00dcberpr\u00fcfung von SDG 16 spielen? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des ersten \u201e16+ Forum Annual Showcase\u201c, das vom 29. Oktober bis zum 1. November in Tiflis stattfand.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Forum wurde von der\u00a0<a href=\"http:\/\/www.wfuna.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">World Federation of United Nations Associations (WFUNA)<\/a>\u00a0gemeinsam mit den UN-Mitgliedstaaten Tschechien, D\u00e4nemark, Georgien, Guatemala, Sierra Leone, Schweden, Korea, Timor-Leste, Tunesien sowie g7+-Staatengruppe veranstaltet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Motto \u201eFrom Words to Action: Implementing SDG16+ at the local and national level\u201c diskutierten rund 150 Regierungsvertreter\/innen sowie internationale Organisationen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft \u00fcber verschiedene Herausforderungen bei der Umsetzung von SDG 16. Das Forum bot ihnen Gelegenheit, Priorit\u00e4ten, Strategien und Initiativen zur Umsetzung und \u00dcberpr\u00fcfung zu pr\u00e4sentieren, um dadurch gegenseitiges Lernen und Erfahrungsaustausch zu erm\u00f6glichen. Ein besonderes Augenmerk lag bei diesem ersten Forum auf Rechtstaatlichkeit und Governance, aber auch die Themen Friedensf\u00f6rderung und Gewaltpr\u00e4vention wurden adressiert.<\/p>\n\n\n\n<p>FriEnt konnte im Vorfeld \u00fcber den\u00a0<a href=\"http:\/\/www.frient.de\/themen-und-kompetenzen\/regionale-rundtische\/suedkaukasus\/\">Rundtisch S\u00fcdkaukasus<\/a>\u00a0die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Partner der FriEnt-Mitglieder sicherstellen. Bereits bei einem der Konferenz vorgeschalteten Workshop f\u00fcr zivilgesellschaftliche Organisationen konnten sich diese \u00fcber Strategien und Instrumente zur Begleitung von SDG-Prozessen informieren und austauschen. Deutlich wurde dabei unter anderem, dass nationale \u00dcberpr\u00fcfungsprozesse ein wichtiger \u201eentry point\u201c f\u00fcr zivilgesellschaftliche Organisationen sind, um nationale Diskussionen um SDG 16 Themen in Gang zu setzen. Der Workshop zeigte daf\u00fcr\u00a0<a href=\"http:\/\/tapnetwork2030.org\/goal-16-advocacy-toolkit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine Reihe von M\u00f6glichkeiten<\/a>\u00a0auf, wie sich Organisationen in den unterschiedlichen Prozessen beteiligen k\u00f6nnen, z.B. durch die Nutzung eigener Daten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hauptkonferenz deckte in\u00a0<a href=\"http:\/\/www.wfuna.org\/sites\/default\/files\/wysiwyg\/docs\/16_agenda_a4_16.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">elf Podiumsdiskussionen und vier breakout-groups<\/a>\u00a0die ganze Bandbreite von SDG 16 Themen ab. Die Teilnehmenden beleuchteten Erfolge und Herausforderungen bei der Verbesserung von Regierungsf\u00fchrung, Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbek\u00e4mpfung, politischer Teilhabe, repr\u00e4sentativer und inklusiver Entscheidungsfindung, rechenschaftspflichtiger und transparenter Institutionen, der Pr\u00e4vention von Gewalt und der F\u00f6rderung friedlicher und inklusiver Gesellschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem von Marc Baxmann (FriEnt) moderierten Panel wurden aktuelle Strategien, Ans\u00e4tze und Erfolge internationaler Organisationen und Partnerschaften zur Pr\u00e4vention von Gewalt dargestellt und diskutiert. Dabei waren sich die Repr\u00e4sentant\/innen von UN,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pbsbdialogue.org\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IDPS\u00a0<\/a>und\u00a0<a href=\"http:\/\/www.g7plus.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">g7+<\/a>\u00a0schnell einig, dass die Herausforderungen effektiver Friedensarbeit auf dem Tisch liegen: Unter anderem nannten sie mangelnde Anreize f\u00fcr Investitionen in langfristige Pr\u00e4vention, mangelnde Koh\u00e4renz und Abstimmung innerhalb der Geber und Defizite in der Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen. Eine zivilgesellschaftliche Vertreterin machte durch ihr Statement gleichzeitig deutlich, dass erfolgreiche Friedensarbeit keineswegs nur von externen Akteuren abh\u00e4ngt, sondern zun\u00e4chst einmal vom konkreten Einsatz der Menschen vor Ort.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.cspps.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Civil Society Platform for Peacebuilding and Statebuilding (CSPPS)<\/a>\u00a0war FriEnt auch an einer break-out Session zur Messung von SDG 16.3 in Konfliktregionen involviert. Auch CSPPS-Mitglieder aus Sierra Leone und Timor-Leste konnten ihre Perspektiven in die Konferenz einbringen. Ihre Erwartungen haben sie im Vorfeld\u00a0<a href=\"http:\/\/www.cspps.org\/news\/-\/asset_publisher\/2nEICmeFS2z2\/content\/from-words-to-actions-implementing-sdg16-in-fragile-and-conflict-affected-states\/?redirect=http%3A%2F%2Fwww.cspps.org%2Fhome%3Bjsessionid%3D70C0064BB25BEE54B95E860FBE471D04%3Fp_p_id%3D101_INSTANCE_Oyv20ZoVuN8s%26p_p_lifecycle%3D0%26p_p_state%3Dnormal%26p_p_mode%3Dview%26p_p_col_id%3Dcolumn-1%26p_p_col_pos%3D1%26p_p_col_count%3D2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>\u00a0formuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wurde auf dem Forum die Bedeutung von SDG 16 als Querschnittsziel und \u201eEnabler\u201c f\u00fcr andere Ziele durch zahlreiche Beispiele aus verschiedenen L\u00e4ndern veranschaulicht. Jedoch wurde auch deutlich: SDG 16 ist kein Patentrezept f\u00fcr die Erreichung friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften. Gerade bei den hochpolitischen Themen in SDG 16 gibt es erhebliche Unterschiede im jeweiligen nationalen Verst\u00e4ndnis und den institutionellen Rahmenbedingungen. In der Umsetzung von SDG 16 k\u00f6nnen die Unterziele und Indikatoren der Agenda 2030 als Orientierung dienen, jedoch nur wenig konkrete Anleitung f\u00fcr die Umsetzung in den spezifischen nationalen Kontexten bieten. Umso wichtiger sind Foren und Allianzen, die den Erfahrungsaustausch zwischen L\u00e4ndern erm\u00f6glichen und zivilgesellschaftliche Perspektiven einbeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der Komplexit\u00e4t von SDG 16 und der Bandbreite an Themen h\u00e4tte man den Veranstaltern allerdings etwas mehr Mut gew\u00fcnscht, um Zielkonflikte und Gefahren der Instrumentalisierung von SDG 16 in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr Zeit f\u00fcr Diskussion h\u00e4tte hier gutgetan, auch um unterschiedliche zivilgesellschaftliche Perspektiven einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch bot das 16+ Forum eine gute Plattform zur Darstellung von vielversprechenden Ans\u00e4tzen und deren Wirkung sowie zur Reflektion \u00fcber \u201elessons learnt\u201c zur Umsetzung und \u00dcberpr\u00fcfung von SDG 16. Deutlich wurde auch, dass die Aufnahme von Friedens- und Governance-Themen in die Agenda 2030 zu mehr Ambition und Lernbereitschaft in den abgedeckten Themenfeldern animiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.frient.de\/blog\/post\/?tx_ggblog_pi2%5Bblog%5D=1&amp;tx_ggblog_pi2%5Bpost%5D=116&amp;tx_ggblog_pi2%5Baction%5D=show&amp;tx_ggblog_pi2%5Bcontroller%5D=Post&amp;cHash=d98674b72d77874005faf44ff140b203\">Bandbreite an neuen Multi-Akteurs-Initiativen zu SDG 16<\/a>\u00a0zeigt, dass die Umsetzung der Friedensdimension der Agenda 2030 auf globaler Ebene an Fahrt gewinnt. Es war in Tiflis au\u00dferdem das intensive Bem\u00fchen sp\u00fcrbar, die bisher fragmentierten Ans\u00e4tze und globalen Partnerschaften zusammenzuf\u00fchren. Statt Konkurrenz wird hier eher nach Nischen und komparativen Vorteilen der unterschiedlichen Partnerschaften gesucht. Auch etablierte globale Plattformen und Initiativen \u2013 zum Beispiel der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pbsbdialogue.org\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">International Dialogue on Peacebuilding and Statebuilding (IDPS)<\/a>\u00a0oder die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.opengovpartnership.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Open Government Partnership (OGP)<\/a>\u00a0\u2013 waren in Tiflis prominent vertreten und suchten den Austausch.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist die Grundlage f\u00fcr das Entstehen einer internationalen \u201eSDG 16 community\u201c gelegt, die sich komplement\u00e4r aufstellt \u2013 und zwar weniger entlang thematischer Abgrenzungen, sondern eher auf Grundlage der Zielrichtung der jeweiligen Plattformen auf Umsetzung, Monitoring, Finanzierung oder Erfahrungsaustausch und Lernen \u2013 auf globaler oder lokaler Ebene. FriEnt wird hier weiter den engen Austausch suchen, um die internationale Debatte zu verfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Erfahrungen haben Staaten bisher bei der Umsetzung von SDG 16 gemacht? Wer hat \u201ebest practice\u201c und vielversprechende Ans\u00e4tze zur Erreichung von friedlichen, inklusiven und gerechten Gesellschaften? Welche Rolle kann die Zivilgesellschaft bei der Umsetzung und \u00dcberpr\u00fcfung von SDG 16 spielen? 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