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Friedensförderung und das Corona-Virus

Informationen sind ein wichtiges Werkzeug
Never Again Rwanda
COVID-19
Digitalisierung
Friedensförderung
Corona, Frieden und Konflikt
Foto: Never Again Rwanda

Die COVID-19-Pandemie ist eine beispiellose Herausforderung für Menschen weltweit. Regierungen, Hilfsorganisationen und Einzelpersonen aus allen Sektoren kommen zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und die Pandemie in den Griff zu bekommen. Diese kollektive Herausforderung hat zu globaler Solidarität und Unterstützung geführt. Mit Blick auf die Friedensförderung stellt das Virus nicht nur eine Herausforderung dar, sondern öffnet auch neue Gelegenheitsfenster.

Information und Aufklärung ist essentiell

Neben globalen Herausforderungen durch das Virus, ergeben sich auch neue Chancen für lokale und internationale Praktiker und Geber in der Friedensförderung. Blickt man auf frühere Gesundheitskrisen, zeigt sich, dass fehlende oder falsche Informationen die Gesundheit der Menschen gefährden und eine schnelle Reaktion in abgelegenen Gebieten verhindern können. Das hat der Ausbruch des Ebolavirus eindrucksvoll bewiesen. Informations- und Aufklärungskampagnen sind somit essentiell, um das Corona-Virus zu bekämpfen. Wer sich diese Erkenntnis zu Gemüte führt, kann darin eine Chance für Friedensförderer und Geber erkennen. So können Geber gezielt lokale Informationskampagnen und Online-Tools unterstützen, mit denen sich Menschen über das Virus informieren. Das kann helfen, um Symptome zu erkennen, die Verbreitung zu verfolgen oder nach dem nächstgelegenen Testzentrum und Notfalldienst zu suchen.

Botschaften der Hoffnung, des Friedens und der Toleranz digital verbreiten

Viele Ansätze der Friedensförderung beruhen auf persönlichen Treffen und Dialog. Dieser persönliche Austausch wird durch die Distanzierungsmaßnahmen unmöglich. Dennoch bemühen sich lokale Friedensförderer darum, kreativ zu denken und ihre Arbeit vor Ort neu zu gestalten. Viele Praktiker erwägen neue Wege, um einzelne Menschen oder Gemeinschaften weiterhin zu unterstützen und Vertrauen und Nähe auch ohne persönliche Treffen aufrechtzuerhalten und auszubauen.

Soziale Netzwerke können sehr sinnvoll sein, weil hierüber Friedensförderer ohne persönlichen Kontakt ein breiteres Publikum erreichen. Diese Reichweite hilft dabei, Informationskampagnen durchzuführen und Botschaften der Hoffnung, des Friedens, der Einheit und der Toleranz zu verbreiten. Gerade solche Botschaften sind besonders wichtig, da sie der Streuung von Falschinformationen vorbeugen und der Marginalisierung von Minderheiten entgegentreten können. Bisherige Epidemien haben gezeigt, dass Randgruppen schnell für den Ausbruch und die Verbreitung von Krankheiten verantwortlich gemacht werden. Diese Anschuldigungen können leicht dazu führen, dass sich innerhalb einer Gesellschaft Konflikte aufbauen. Fehlinformationen können somit dazu beitragen, dass gesellschaftliche Probleme entstehen oder sich verschärfen. Das kann online und offline geschehen. Aus diesem Grund müssen Friedensförderer schnell und agil sein und solche Narrative frühzeitig identifizieren, um ihnen digital entgegenzutreten.

Hilfe leisten und strukturelle Konfliktursachen bekämpfen

Im globalen Waffenstillstand arbeiten Ersthelfer, Gesundheits- und Sozialarbeiter sowie andere humanitäre Akteure unter schwierigen Bedingungen mit begrenzten Ressourcen unermüdlich weiter. Friedensförderer und Geber können hier unterstützen und sicherstellen, dass auf integrative und gerechte Weise geholfen wird. Konfliktsensible Hilfsleistungen sind sehr wichtig, um gesellschaftliche Gräben zu überbrücken und somit strukturelle Konflikttreiber anzugehen.

Um den Virus einzudämmen und die gesellschaftlichen Folgen abzuschwächen, braucht es Akteure, die sich vor Ort einsetzen, ebenso wie internationale Kooperationen, die strukturell arbeiten. Denn gerade jetzt, da Frieden und Sicherheit weltweit bedroht sind, ist es wichtiger denn je, sich multilateral und bilateral um Friedenskonsolidierung zu bemühen. Angesichts der globalen Pandemie sehen sich lokale und internationale Friedensakteure gezwungen, Nothilfemaßnahmen in langfristige Projekte zu integrieren. Das heißt, dass Friedensakteure neue Mechanismen für gemeinsame Maßnahmen entwickeln und ein Notfallkomitee bilden müssen. Nur so können sie schnell gemeinsam entscheiden und effektiv reagieren.

Der Ausbruch des Corona-Virus hat einmal mehr bewiesen, wie wichtig es ist, humanitäre Entwicklung und Friedensförderung im Sinne des „Humanitarian-Development-Peace (HDP) Nexus“ zusammenzudenken. Der HDP hilft Regierungen in von Konflikten betroffenen Ländern einerseits dabei, unmittelbar für die Gesundheit der Menschen zu sorgen. Andererseits zielt der HDP darauf ab, die Regierungen darin zu stärken, die langfristigen Auswirkungen in den Griff zu bekommen. Für die Zukunft der Friedenskonsolidierung bedeutet dies, dass Regierungen und multilaterale sowie bilaterale Friedensakteure noch stärker zusammenarbeiten müssen, um gemeinsam zur Friedensförderung beizutragen.

Autor
Never Again Rwanda

Never Again Rwanda ist eine Organisation für Friedenskonsolidierung und soziale Gerechtigkeit in Ruanda. Die GIZ unterstützt Never Again Rwanda durch den Zivilen Friedensdienst, dessen Schwerpunkte auf der Entwicklung und Schaffung von Dialogstrukturen und gewaltfreien Konfliktlösungsmechanismen liegen.

Referenzen

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