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Damit es nicht gleich kracht

Unterrichtsmaterialien zum friedlichen Zusammenleben
Misereor
Cover der Unterrichtsmaterialien.

MISEREOR und der Auer-Verlag haben Unterrichtsmaterialien und einen Schulwettbewerb für
Jugendliche entwickelt. Sie möchten zur Erkenntnis über friedliches Zusammenleben und einer positiven, friedvollen Haltung beitragen.

Die Welt ist weit davon entfernt, ein Ort des Friedens und der Gerechtigkeit zu sein. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) verzeichnete für das Jahr 2019 insgesamt 358 Konflikte, von denen 196 mit Gewalt ausgetragen wurden. Trotz dieser globalen Dimension sind Kriege und militärisch wie politisch ausgeübte Gewalt für Jugendliche in Deutschland in der Regel weit weg. Sie sind emotional wie kognitiv nicht oder nur schwer erfassbar. Und doch sind kriegerische Auseinandersetzungen mit Tod, Gewalt und Traumata spätestens seit dem Jahr 2015 mit dem Syrien-Krieg in deutsche Klassenzimmer eingezogen. Denn mit der hohen Anzahl von geflüchteten Familien und unbegleiteten Jugendlichen nahmen deutsche Schulen viele Minderjährige mit Kriegserfahrungen auf. Themen rund um Frieden und Gerechtigkeit haben auch durch innerdeutsche aktuelle Prozesse und aufgrund von globalen Verflechtungen an Bedeutung gewonnen. Deshalb müssen sie im Schul- und Unterrichtsalltag einen größeren Raum einnehmen. Der Auer Verlag und Misereor haben auf diesen Bedarf reagiert und haben das Unterrichtsmaterial „Damit es nicht gleich kracht. Spannende Ländervergleiche aus Afrika, Asien und Lateinamerika“ veröffentlicht und den Schulwettbewerb „PAX an!“ ins Leben gerufen.

Ganzheitlicher Friedensansatz

Im Sinne des Globalen Lernens und der Friedenspädagogik möchte das Unterrichtsmaterial das Bewusstsein für unterschiedliche Lebensrealitäten junger Menschen schärfen. Auf insgesamt 112 Seiten werden kontinentalübergreifend 11 Länder näher in den Blick genommen, wobei immer Verbindungen zu den Lebensrealitäten von Jugendlichen in Deutschland hergestellt werden. Dabei wird ein ganzheitlicher Friedensansatz vermittelt, der gesundheitliche, soziale, ökologische, politische und wirtschaftliche Aspekte umfasst.

Das Themenspektrum ist weit. In dem afrikanischen Kontext geht es unter anderem um Handy-Rohstoffe am Beispiel der DR Kongo, um den Genozid in Ruanda und dessen Entstehung und Aufarbeitung sowie um fragile Staaten am Beispiel Sudan/Süd-Sudan. Die Klimakrise, gesellschaftliche Ungleichheiten, religiös konnotierte Konflikte und Flucht werden anhand der Länder Philippinen, Indien, Indonesien und Syrien behandelt. Landvertreibung, Jugendkriminalität und bewaffnete Konflikte stehen im Mittelpunkt der Beispiele aus Paraguay, El Salvador und Kolumbien. Ein wesentliches Element des Globalen Lernens ist der Perspektivwechsel.

Das kognitive und emotionale Einfinden ermöglicht ein empathisches Mitfühlen der Schülerinnen und Schüler. Dies soll durch die Wahl entsprechender Methoden erreicht werden, wie etwa Rollenspiele, fiktive Chatverläufe oder die Arbeit mit Karikaturen. Neben einer fachwissenschaftlichen Einleitung werden didaktisch-methodische Hinweise gegeben. Ländersteckbriefe erleichtern die inhaltliche Einführung und Arbeitsblätter mit konkreten Arbeitsaufträgen ermöglichen den direkten Einsatz im Unterricht. Die Beschreibung von ausgewählten MISEREOR-Projekten, Porträts von Friedensaktivist*innen aus jedem vorgestellten Land sowie exemplarische Lösungen zu allen Aufgaben runden das Unterrichtsmaterial ab, das insbesondere in den gesellschaftlichen Fächern ab der 9. Jahrgangsstufe gut einsetzbar ist. Das Unterrichtsmaterial kann beim Auer-Verlag bestellt werden.

Mit Kreativität für Frieden und Gerechtigkeit

Es bleibt jedoch nicht bei einer theoretischen Vermittlung von Themen rund um Frieden und Gerechtigkeit. MISEREOR und der Auer-Verlag möchten zu einer positiven, friedvollen Haltung beitragen und den Schritt von Wissensvermittlung und Urteilsbildung zum Handeln erleichtern. Daher wurde der Schulwettbewerb „PAX an!“ ins Leben gerufen. Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sind eingeladen, für Frieden und Gerechtigkeit ein Zeichen zu setzen und kreative Projekte umzusetzen. Das Format kann dabei ganz unterschiedlich sein. Ob Theaterstück, Poetry-Slam, Videoclip, Song, ein Beitrag in der Schülerzeitung oder etwas ganz anderes – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Alle Informationen zum Schulwettbewerb finden sich hier. Frieden und Gerechtigkeit stellen sich nicht von selber ein, sondern erfordern Einsatz und Engagement. In diesem Sinne: DAMIT ES NICHT GLEICH KRACHT – PAX AN!

Bei Interesse können Sie sich außerdem melden unter: schulwettbewerb@misereor.de

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