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Smart Prevention

Digitale Ansätze zur Friedensförderung in der EZ

Die neue BMZ-Broschüre „Smart Prevention“ stellt daher beispielhaft innovative digitale Ansätze zur Friedensförderung und Konfliktbearbeitung aus der Entwicklungszusammenarbeit vor.

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Der weltweite digitale Fortschritt birgt unglaubliches Transformationspotential – im Guten wie im Schlechten. Dies gilt nicht nur für Wirtschaft und Politik, sondern auch für sozialen Zusammenhalt und gewaltsame Konflikte. Damit ist es für unser Bestreben nach Frieden und Sicherheit inzwischen unerlässlich geworden, den Einfluss digitaler Technologien nicht nur mitzudenken, sondern auch zu steuern und zu nutzen. Die neue BMZ-Broschüre „Smart Prevention“ stellt daher beispielhaft innovative digitale Ansätze zur Friedensförderung und Konfliktbearbeitung aus der Entwicklungszusammenarbeit vor.
Die öffentliche Debatte wird derzeit meist von negativen Folgen des technologischen Wandels bestimmt. Die zunehmende Polarisierung in vielen Gesellschaften wird dabei oft mit der rasanten Verbreitung von Fake News durch Soziale Medien in Verbindung gebracht. Deren Algorithmen begünstigen die Entstehung von Filterblasen, in welchen Falschinformationen ohne Korrektiv existieren und abweichende Meinungen kein Gehör finden. Autoritäre Regime wie extremistische Gruppen nutzen Soziale Medien für Propaganda, letztere außerdem auch zur Radikalisierung und Rekrutierung neuer Mitglieder. Online-Ausgrenzungen und Gewaltandrohungen stehen im Zusammenhang mit erhöhter Gewaltbereitschaft offline. Minderheiten und Frauen sind dabei besonders von Hass und Gewaltandrohungen betroffen – 3 von 4 Internet-Nutzerinnen weltweit waren bereits von Online-Missbrauch betroffen. All dies hat das Potential, (gewaltsame) Konflikte auszulösen, weiter zu befeuern oder deren Beilegung zu verzögern.
Dem gegenüber stehen die in der Broschüre „Smart Prevention“ vorgestellten Ansätze:

  • Als Gegengewicht zu Hass und Fake News können digitale Technologien zur Unterstützung von konfliktsensiblem Journalismus und zur Identifizierung von Fake News herangezogen werden.
  • Das Prinzip der kinderleichten Vernetzung durch Soziale Medien lässt sich dazu nutzen, Bürgerinitiativen oder Aktivist*innen zu stärken, indem Informationsaustausch und gegenseitige Unterstützung auch über Grenzen hinweg erleichtert wird.
  • Digitale Ansätze machen die dezentrale Vermittlung von Wissen an große Zielgruppen möglich, etwa in Form von E-Learning Plattformen. Alles, was dazu benötigt wird, ist ein geeignetes Endgerät. Weiterhin können Minderheiten oder Frauen digital leichter erreicht und sensible Themen besser bearbeitet werden, da Inhalte in einer privaten, geschützten Umgebung abgerufen werden können.
  • Bei Serious Games werden „ernste“ Inhalte in Spiele eingebunden, um Empathie für von Konflikten Betroffene zu erzeugen, Vorurteile zu hinterfragen oder die Komplexität von Lösungsansätzen zu vermitteln. Durch den Einsatz von Videospielen können vor allem jüngere Generationen erreicht und für Fragen rund um Frieden und Konflikte sensibilisiert werden.
  • Die Umsetzung friedensfördernder Projekte in fragilen, von Gewalt geprägten Kontexten ist eine große Herausforderung. Digitale Technologien können dies unterstützen, indem sie beispielsweise die Überwachung von Projekten aus der Ferne ermöglichen oder konfliktsensibles Vorgehen unterstützen.

Damit zeigt die Broschüre auf, wie digitale Ansätze gemeinsam mit analogen genutzt werden können, negativen Auswirkungen der Digitalisierung entgegenzutreten, sozialen Zusammenhalt zu stärken und so einen Beitrag zur Friedensförderung und Konfliktprävention zu leisten. Gleichzeitig lassen sich einige Empfehlungen aus den bisherigen Erfahrungen ableiten:
Wie bei allen Vorhaben muss der jeweilige Kontext berücksichtigt werden. Aspekte der Digitalisierung wie die digitale Kluft, bestehende Infrastruktur oder Nutzungskosten gilt es insbesondere zu beachten, um effektive Ansätze zu finden und negative Wirkungen auszuschließen. Die Nutzung etablierter Plattformen ist oftmals erfolgsversprechender als Neuentwicklungen. Auf jeden Fall sollte die Zielgruppe bereits während der Konzeption und Entwicklung mit einbezogen werden. Trotz des gewaltigen Potentials dürfen analoge Maßnahmen zudem nicht aus dem Auge verloren werden: Bislang eignen sich digitale Ansätze vor allem als Ergänzung zu diesen.

Der Bericht ist hier abrufbar.

Referenzen
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Autor
Dr. Linda Helfrich

Referat Frieden und Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement

linda.helfrich@giz.de

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