Wonach suchen Sie?

Wonach suchen Sie?

Gemeinsam Frieden schaffen: FriEnt und WANEP stärken ihre Partnerschaft in Ghana

Wie kann Friedensförderung über das Jahr 2030 hinaus erfolgreich sein? In einem gemeinsamen Workshop in Accra setzten sich die Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) und das West Africa Network for Peacebuilding (WANEP) mit der Zukunft von SDG 16, regionalen Prioritäten, inklusiven Partnerschaften sowie der Rolle von Frauen und Jugendlichen bei nachhaltiger Friedensförderung auseinander.
Workshop-Teilnehmende vor dem Gebäude des WANEP-Büros in Accra, Ghana; Copyright: Evgeny Makarov

Am 14. und 15. Juli 2026 kamen Vertreter*innen der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) und des West Africa Network for Peacebuilding (WANEP) im ghanaischen Accra zu einem gemeinsamen Workshop zusammen – ein weiterer Schritt in ihrer 2025 begründeten und stetig wachsenden Partnerschaft.

Partnerschaften für Frieden über das Jahr 2030 hinaus stärken

Der Workshop brachte über 40 Expertinnen und Experten aus der Friedensförderung sowie Partner*innen aus der Region zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und zu erörtern, wie eine stärkere Zusammenarbeit zu friedlichen, gerechten und inklusiven Gesellschaften in Westafrika beitragen kann. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Gestaltung der globalen Entwicklungsagenda über das Jahr 2030 hinaus, „Beyond 2030“, die Förderung von SDG 16+ sowie die Stärkung der Verbindungen zwischen Friedensförderung, Entwicklung und den Agenden „Frauen, Frieden und Sicherheit“ (WPS) sowie „Jugend, Frieden und Sicherheit“ (YPS).

Die Teilnehmenden setzten sich mit den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Friedenskonsolidierung auseinander, darunter mangelnde Rechenschaftspflicht und Vertrauen in politische Führung sowie schwindende Finanzmittel und ein zunehmend eingeschränkter zivilgesellschaftlicher Handlungsspielraum. Zugleich identifizierten sie Ansatzpunkte zur Förderung guter Regierungsführung, Inklusion und Zugang zur Justiz in der Region. Die Diskussion spiegelte den sich wandelnden Kontext der Debatte über eine globale Agenda jenseits von 2030 wider: Regionale Entwicklungsagenden wie die ECOWAS Vision 2050 und die Agenda 2063 der Afrikanischen Union (AU) reichen weit über das Jahr 2030 hinaus und behalten ihre Relevanz unabhängig vom Fortbestehen einer globalen Agenda, wobei neue Machtverhältnisse zum Tragen kommen. Der Workshop bot zudem die Gelegenheit, eine gemeinsame Sitzung für das im September stattfindende FriEnt Peacebuilding Forum 2026 vorzubereiten, um Perspektiven aus Westafrika in die globale Debatte über die Zukunft der Friedensförderung einzubringen und Wege zu erkunden, um diese Debatte neu zu gestalten.

Lokale Leadership und inklusive Friedensförderung

Zu Beginn der Veranstaltung hob Levinia Addae-Mensah, Geschäftsführerin von WANEP, die Bedeutung lokaler Leadership und inklusiver Zusammenarbeit hervor: „Über das Jahr 2030 hinaus geht es nicht nur darum, was wir tun, sondern auch um die Strukturen, die wir schaffen, um bessere Partnerschaften und eine stärkere Annäherung zu ermöglichen. Dauerhafter Frieden erfordert eine stärkere Anerkennung lokaler Akteure und ihrer Führungsrolle, das Lernen von den Gemeinschaften und die Gewährleistung, dass vielfältige Stimmen – einschließlich der Jugend und der Frauen – umfassendere Friedensprozesse mitgestalten.“

Nana Odoi, Geschäftsführerin von FriEnt, reflektierte über das zunehmend schwierige Umfeld für die Friedensförderung: „Wir treffen uns in schwierigen Zeiten. Die Mittel für Friedensförderung und Zivilgesellschaft schrumpfen, und die Bedingungen, unter denen wir arbeiten, werden immer herausfordernder. Deshalb sind wir hier in Ghana: Um einen Beitrag zur Debatte über die Friedensförderung jenseits von 2030 zu leisten, mit einem Schwerpunkt auf SDG 16, und um den Perspektiven zur Friedensförderung in ganz Westafrika zuzuhören und daraus zu lernen.“

Die Diskussionen in Accra bekräftigten den Wert internationaler Partnerschaften, die gegenseitiges Lernen ermöglichen, regionale und globale Verbindungen stärken und vielfältige Perspektiven der Friedensförderung hervorheben. Zum Abschluss des Workshops richteten die Teilnehmenden den Blick auf die weitere Zusammenarbeit und gemeinsame Anstrengungen zur Förderung eines inklusiven und nachhaltigen Friedens über das Jahr 2030 hinaus.

Mehr Informationen

Autor

No authors assigned to this post.

Referenzen

Verwandte Artikel

Der Katholikentag in Würzburg hat gezeigt: Frieden, Sicherheit und Entwicklung gehören zusammen. Im Gespräch erläutert Dorothee Klüppel, Mitglied im Lenkungsausschuss von FriEnt und Abteilungsleiterin Afrika/Nahost bei Misereor, warum Sicherheit mehr ist als militärische Stärke, weshalb Gerechtigkeit, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zentrale Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden sind und welche besondere Rolle kirchliche Akteure dabei spielen – gerade in Zeiten von Aufrüstung und geopolitischen Spannungen.
Wie kann der Humanitarian-Development-Peace (HDP) Nexus angesichts wachsender Krisen, knapper Ressourcen und geopolitischer Spannungen wirksam umgesetzt werden? Lena Pönisch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt die zentralen Erkenntnisse eines internationalen Reflexionsprozesses vor und zeigt, warum es heute vor allem bessere politische, institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen braucht, um gemeinsame Wirkung in Krisenkontexten zu erzielen.
Die Klimazwischenverhandlungen (SB64) in Bonn endeten mit ernüchternden Ergebnissen. Klimagerechtigkeit war in vielen Gesprächen und Verhandlungsrunden ein zentrales Thema, doch Fragen rund um die Klimafinanzierung verhinderten eine Einigung. Die Verhandlungen über das globale Anpassungsziel müssen beispielsweise wieder bei null beginnen. Der Nexus von Klima, Frieden und Sicherheit blieb in den Verhandlungen sowie in der von der türkischen COP31-Präsidentschaft vorgestellten Aktionsagenda weitgehend unberücksichtigt.
Im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen, den sogenannten June Climate Meetings der Nebenorgane der UNFCCC (SB64) in Bonn, schilderte Mrinal Kanti Tripura, Direktor der Maleya Foundation in Bangladesch, wie sich der Klimawandel auf indigene Personen im östlichen Himalaya auswirkt. Im Interview erläutert er, warum die Folgen des Klimawandels nicht nur Lebensgrundlagen, sondern auch Kultur und traditionelles Wissen bedrohen – und warum die Stimmen indigener Gemeinschaften in den Klimaverhandlungen Gehör finden müssen.

Verwandte Artikel