Wonach suchen Sie?

Wonach suchen Sie?

24 Stunden Waffenruhe

Bonner Friedenstage 2022
PZKB
Zeitenwende
Nadine-Redlich-2wydqwwiMIs | Unsplash

Die Bonner Friedenstage 2022 setzen sich in mehreren Veranstaltungen mit dem Krieg in der Ukraine auseinander, seinen Ursachen sowie den Chancen auf eine friedliche Beendigung. In weiteren Veranstaltungen geht es unter anderem um Fragen der internationalen Rüstungskontrolle, den Atomwaffen-Verbots-Vertrag sowie die aktuelle Diskussion zur Evangelischen Friedensethik. Weiterhin gibt es vielfältige kreative Events sowie das Abschlusskonzert des 4. Deutschen Friedenssong-Wettbewerbs.

Für 24 Stunden sollen die Waffen bedingungslos ruhen! Das ist die Forderung des von der UN ausgerufenen Internationalen Friedenstages am 21. September. Die Forderung ist aktueller denn je. Durch den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine ist ein Krieg auf europäischem Boden – nach dem Bürgerkrieg im zerfallenden Jugoslawien – in unmittelbare Nähe gerückt, der die Koordinaten der bisherigen europäischen Friedens- und Sicherheitsordnung aufgelöst hat. Zu konstatieren ist eine sicherheitspolitische Wende, die mit der massiven Erhöhung der Verteidigungsausgaben und der Stärkung der NATO als Antwort auf die Aggression Russlands einhergeht. Wie lang der Krieg andauert, wissen wir nicht. Er hat allerdings schon jetzt dramatische globale Auswirkungen.

Gleichzeitig dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass auch in anderen Teilen des Globus Kriege wüten (z.B. im Jemen) oder herrschende Cliquen die eigene Bevölkerung unterdrücken und verfolgen (z.B. Myanmar, Afghanistan).

Die Bonner Friedenstage 2022 setzen sich in mehreren Veranstaltungen mit dem Krieg in der Ukraine auseinander, seinen Ursachen sowie den Chancen auf eine friedliche Beendigung. Welche Vorschläge liegen auf dem Tisch, die Logik des Krieges zu unterbrechen? Wie können Perspektiven einer künftigen europäischen Friedensordnung aussehen?

In weiteren Veranstaltungen geht es um Fragen der internationalen Rüstungskontrolle, den Atomwaffen – Verbots – Vertrag sowie die aktuelle Diskussion zur Evangelischen Friedensethik. Die Friedensnobelpreisträgerin Bertha-von-Suttner wird vorgestellt.

Auch in diesem Jahr gibt es vielfältige kreative Events: ein Poetry Slam, eine kreative Veranstaltungsreihe „Make Peace with Nature“, Ausstellungen zu den großen Friedensdemos und dem Erinnerungsprozess zu Kolumbien, der Friedenslauf der Bonner Schulen und das Abschlusskonzert des 4. Deutschen Friedenssong-Wettbewerbs.

Das komplette Programm finden Sie im Veranstaltungsflyer Bonner Friedenstage 2022.

Autor

No authors assigned to this post.

Referenzen

Verwandte Artikel

Der Katholikentag in Würzburg hat gezeigt: Frieden, Sicherheit und Entwicklung gehören zusammen. Im Gespräch erläutert Dorothee Klüppel, Mitglied im Lenkungsausschuss von FriEnt und Abteilungsleiterin Afrika/Nahost bei Misereor, warum Sicherheit mehr ist als militärische Stärke, weshalb Gerechtigkeit, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zentrale Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden sind und welche besondere Rolle kirchliche Akteure dabei spielen – gerade in Zeiten von Aufrüstung und geopolitischen Spannungen.
Wie kann der Humanitarian-Development-Peace (HDP) Nexus angesichts wachsender Krisen, knapper Ressourcen und geopolitischer Spannungen wirksam umgesetzt werden? Lena Pönisch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt die zentralen Erkenntnisse eines internationalen Reflexionsprozesses vor und zeigt, warum es heute vor allem bessere politische, institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen braucht, um gemeinsame Wirkung in Krisenkontexten zu erzielen.
Die Klimazwischenverhandlungen (SB64) in Bonn endeten mit ernüchternden Ergebnissen. Klimagerechtigkeit war in vielen Gesprächen und Verhandlungsrunden ein zentrales Thema, doch Fragen rund um die Klimafinanzierung verhinderten eine Einigung. Die Verhandlungen über das globale Anpassungsziel müssen beispielsweise wieder bei null beginnen. Der Nexus von Klima, Frieden und Sicherheit blieb in den Verhandlungen sowie in der von der türkischen COP31-Präsidentschaft vorgestellten Aktionsagenda weitgehend unberücksichtigt.
Im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen, den sogenannten June Climate Meetings der Nebenorgane der UNFCCC (SB64) in Bonn, schilderte Mrinal Kanti Tripura, Direktor der Maleya Foundation in Bangladesch, wie sich der Klimawandel auf indigene Personen im östlichen Himalaya auswirkt. Im Interview erläutert er, warum die Folgen des Klimawandels nicht nur Lebensgrundlagen, sondern auch Kultur und traditionelles Wissen bedrohen – und warum die Stimmen indigener Gemeinschaften in den Klimaverhandlungen Gehör finden müssen.

Verwandte Artikel