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„How not to lose (in) the Sahel”

BMZ-Gespräch mit Saferworld über die Sicherheitslage in der Sahelzone und mögliche Perspektiven für die Entwicklungszusammenarbeit
"Understanding the Continuing Tragedy in The Sahel" | United Nations Photo

Aktuelle Analysen zur Sicherheitslage in der Sahelzone geben eindrückliche Einblicke in die bedrohliche Lebenssituation der Bevölkerung in der Region. In einem BMZ-Gespräch diskutierten die Teilnehmer*innen über das internationale Engagement in der Region und wie sich lokale Perspektiven stärker berücksichtigen lassen, um eine militarisierte Sicherheitslogik zu überwinden.

„Die Menschen sind frustriert und verzweifelt, dass ihre Sicherheit trotz der internationalen Missionen weiter bedroht ist und sie in den Gemeinden auf eigene Beziehungen und Netzwerke angewiesen sind.“ Diese Schlussfolgerung stand im Mittelpunkt einerStudie von Saferworld zum Konfliktgeschehen in der Sahelzone und den Folgen für die betroffene Bevölkerung. Die Autor*innen sprachen mit Menschen in Mali, Niger und Burkina Faso über die Sicherheitssituation in der Region und die Lebenssituation in den Gemeinden. Ergänzt wurde diese lokale Perspektive mit einer aktuellenAnalyse zur Europäischen Sicherheits- und Stabilisierungspolitik in der Region. Diese zweite Studie untersucht politische Einflussfaktoren und Entwicklungen sowie Risiken und Effekte des internationalen Engagements in den G5-Staaten (Burkina Faso, Tschad, Mali, und Niger) und formuliert Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Sicherheits- und Entwicklungspolitik in der Region.

Auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in der Sahelzone steht durch die fragile Sicherheitssituation in der Region vor großen Herausforderungen. Schwache staatliche Strukturen, Korruption, die Machtübernahme des Militärs in Mali und Burkina Faso, Gewalt durch extremistische Gruppen und bewaffnete Milizen sind eine schwere Hypothek für Unterstützungsleistungen, um die Lebenssituation der Menschen nachhaltig zu verbessern. Wie europäische Akteure lokale Strukturen und Prozesse gezielt unterstützen können und wie sich ein militarisiertes Sicherheitsverständnis mit neuen Strategien stärker an Governance-Aspekten ausrichten lässt, war ein zentrales Thema für ein BMZ-Gespräch zu den Ergebnissen der beiden Studien am 16. Februar 2022. Lucia Montanaro (Head of Saferworld Europe) und Louisa Waugh (Senior Conflict Policy Advisor) gaben dazu einen Überblick zu ihren Schlussfolgerungen und Politikempfehlungen aus den Regionalstudien und diskutierten mit Referent*innen aus den Länder- und Sektorreferaten. Im Mittelpunkt standen dabei die Themenfelder (Un-)Sicherheit, Stabilisierung, Migration, Gender und Resilienz sowie Länderanalysen zu Mali, Niger und Burkina Faso.

Eine gemeinsame Einschätzung aus der Diskussion war, Perspektiven aus der Zivilgesellschaft aktiver einzubinden, um die Sicherheitsbedürfnisse der lokalen Bevölkerung als den entscheidenden Referenzrahmen für das internationales Engagement stärker in den Vordergrund zu stellen. Die neue Sahelstrategie der EU setzt dafür bereits erste Akzente; die aktuelle Konfliktdynamik in der Region birgt aber die Gefahr, dass auch weiterhin militärische Sicherheitsziele für das internationale Engagement im Fokus stehen.

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Autor
Dr. Tanja Kasten

Tanja.Kasten@frient.de

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