Trotz Friedensabkommen ist Kolumbien laut einem Bericht das gefährlichste Land für Aktivist*innen. Jonas Rüger (AGIAMONDO) berichtet in einem Interview, wie der Zivile Friedensdienst (ZFD) unter diesen Bedingungen Gemeinden stärkt, Übergriffe dokumentiert und Versöhnungsprozesse begleitet.
Der seit Jahrzehnten andauernde bewaffnete Konflikt in Kolumbien flammt immer wieder auf. Denn das Machtvakuum, das nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und den FARC entstanden ist, wird von neuen und alten bewaffneten Gruppen gefüllt. Verschiedene Akteure kämpfen weiterhin um Territorien, während besonders die ländliche Zivilbevölkerung massiver Gewalt ausgesetzt bleibt. Jonas Rüger schildert, wie zentral die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes in diesem Kontext ist – von persönlichem Austausch mit Partnerorganisationen bis zur Beratung von lokalen Gemeinden.
Der ZFD begleitet Gemeinden dabei, Übergriffe anzuzeigen und Schutzstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus werden strategische Justizprozesse auf nationaler und internationaler Ebene geführt. Gleichzeitig ermöglicht der ZFD psychosoziale Angebote sowie Aufarbeitungsprozesse. Zudem wird Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und für Jugendliche werden friedensfördernde Projekte angeboten. Trotz der schwierigen Lage gibt es Fortschritte, etwa durch die Übergangsjustiz, gestärkte Rechte für Opfer bzw. Angehörige sowie beim Umweltschutz des Flusses Atrato. Das vollständige Interview findet sich hier.