Wonach suchen Sie?

Wonach suchen Sie?

Wie sieht die Außenpolitik nach der Wahl aus?

Süddeutsche Zeitung Podcast
Außenpolitik
Wahlbrief | markus-spiske-hc9RLlDaHKs-unsplash

Außen- und Sicherheitspolitik spielen im diesjährigen Wahlkampf kaum eine Rolle. Doch bei einer Koalition könnte es spannend werden.

Brüssel schaut nach Berlin, aber Berlin nicht nach Brüssel. Dabei wollen kommenden Sonntag drei ausgewiesene Pro-Europäer das Erbe von Angela Merkel antreten: Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Die Grünen). Doch die Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik hat keine Rolle bei den Triellen der vergangenen drei Wochen gespielt. Eigentlich unglaublich, denkt man etwa nur an die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan.

Es gäbe keine großen Unterschiede und damit auch keine Polarisierungen zwischen den aussichtsreichen Kandidaten, sagt der außenpolitische Redakteur Daniel Brössler aus dem Berliner SZ-Büro. Jeder würde etwa den Schulterschluss mit Frankreichs Präsidenten Macron suchen. Aber höchstwahrscheinlich würden die Grünen gegenüber Moskau und China die Bürgerrechte stärker thematisieren. Scholz und Laschet würden Missstände wohl auch ansprechen, aber wohl kaum eine harte Konfrontation zum Preis wirtschaftlicher Nachteile führen. Spannend wird es bei einer möglichen Regierungsbeteiligung der Linken, die zumindest offiziell noch für den Austritt aus der Nato sind.

Den SZ-Podcast “Auf den Punkt” finden Sie hier.

Autor

No authors assigned to this post.

Referenzen

Verwandte Artikel

Der Katholikentag in Würzburg hat gezeigt: Frieden, Sicherheit und Entwicklung gehören zusammen. Im Gespräch erläutert Dorothee Klüppel, Mitglied im Lenkungsausschuss von FriEnt und Abteilungsleiterin Afrika/Nahost bei Misereor, warum Sicherheit mehr ist als militärische Stärke, weshalb Gerechtigkeit, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zentrale Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden sind und welche besondere Rolle kirchliche Akteure dabei spielen – gerade in Zeiten von Aufrüstung und geopolitischen Spannungen.
Wie kann der Humanitarian-Development-Peace (HDP) Nexus angesichts wachsender Krisen, knapper Ressourcen und geopolitischer Spannungen wirksam umgesetzt werden? Lena Pönisch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt die zentralen Erkenntnisse eines internationalen Reflexionsprozesses vor und zeigt, warum es heute vor allem bessere politische, institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen braucht, um gemeinsame Wirkung in Krisenkontexten zu erzielen.
Die Klimazwischenverhandlungen (SB64) in Bonn endeten mit ernüchternden Ergebnissen. Klimagerechtigkeit war in vielen Gesprächen und Verhandlungsrunden ein zentrales Thema, doch Fragen rund um die Klimafinanzierung verhinderten eine Einigung. Die Verhandlungen über das globale Anpassungsziel müssen beispielsweise wieder bei null beginnen. Der Nexus von Klima, Frieden und Sicherheit blieb in den Verhandlungen sowie in der von der türkischen COP31-Präsidentschaft vorgestellten Aktionsagenda weitgehend unberücksichtigt.
Im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen, den sogenannten June Climate Meetings der Nebenorgane der UNFCCC (SB64) in Bonn, schilderte Mrinal Kanti Tripura, Direktor der Maleya Foundation in Bangladesch, wie sich der Klimawandel auf indigene Personen im östlichen Himalaya auswirkt. Im Interview erläutert er, warum die Folgen des Klimawandels nicht nur Lebensgrundlagen, sondern auch Kultur und traditionelles Wissen bedrohen – und warum die Stimmen indigener Gemeinschaften in den Klimaverhandlungen Gehör finden müssen.

Verwandte Artikel