What are you looking for?

What are you looking for?

Security needs peace policy

Online-Veranstaltung mit Diskussion zur Nationalen Sicherheitsstrategie am 11. Mai 2022
event
foreign affairs
security policy
Zeitenwende
Streetart_Germany | bekky-bekks-wcOyI3b1zJo | unsplash

Die Herausforderungen einer globalen Sicherheits- und Strukturpolitik lassen sich nicht mit militärischen Mitteln bewältigen, sondern Entwicklungszusammenarbeit, Diplomatie und Sicherheitspolitik müssen dabei kohärent ineinandergreifen. Ein entscheidendes Element dafür ist ein umfassendes Verständnis von „menschlicher Sicherheit“. Im Gespräch mit Gästen will FriEnt diskutieren, welche Anforderungen sich daraus für die Entwicklung einer nationalen Sicherheitsstrategie ergeben.

Seit das Kapitel mit der Überschrift „Deutschlands Verantwortung für Europa und die Welt“ im Koalitionsvertrag der Ampelparteien formuliert wurde, haben sich die Erwartungen an die internationale Politik der Bundesregierung deutlich verändert. Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurden zentrale Prinzipien der bisherigen Außen- und Sicherheitspolitik rigoros in Frage gestellt und werden seitdem kontrovers diskutiert. Ein Kristallisationspunkt für die Debatte ist die von den Regierungsparteien vereinbarte Nationale Sicherheitsstrategie.

Welche Folgen hat die politische „Zeitenwende“ für den Strategieprozess?

„Weil Sicherheitspolitik mehr ist als Militär plus Diplomatie“ müssten zentrale Werte und Prinzipien jetzt deutlich sichtbarer und in praktische Politik umgesetzt werden, so das Plädoyer von Außenministerin Annalena Baerbock bei der Auftaktveranstaltung zum Strategieprozess. Ein entscheidendes Element dafür ist ein umfassendes Verständnis von „menschlicher Sicherheit“, das die Freiheit und den Schutz von Menschen überall auf der Welt in den Blick nimmt. Die Herausforderungen einer globalen Sicherheits- und Strukturpolitik lassen sich nicht mit militärischen Mitteln bewältigen, sondern Entwicklungszusammenarbeit, Diplomatie und Sicherheitspolitik müssen dabei kohärent ineinandergreifen. Diese Erkenntnis basiert auf der praktischen Friedensarbeit und ist Grundlage für die gemeinsamen Leitlinien der Bundesregierung „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“.

Angesichts der „neuen sicherheitspolitischen Wirklichkeit“ wird der Dreiklang aus Entwicklung, Frieden und Sicherheit in den aktuellen Debatten nun in seiner Gewichtung neu verhandelt und teilweise auch in Frage gestellt. Im Gespräch mit unseren Gästen wollen wir diskutieren, wie die politische „Zeitenwende“ die Gestaltung einer Nationalen Sicherheitsstrategie beeinflusst und wie eine werte- und interessengeleitete Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik in Zukunft aussehen kann: Droht ein Zurückfallen in alte sicherheitspolitische Muster, mit der Gefahr wichtige Perspektiven auszublenden? Müssen bisherige Ansätze und Instrumente überdacht werden, um künftig autokratischen Tendenzen frühzeitig und entschieden zu begegnen? Welche Anforderungen ergeben sich daraus für die Entwicklung einer Nationalen Sicherheitsstrategie?

Mit Beiträgen von:

  • Jochen Steinhilber, Abteilungsleiter „Flucht; Krisenprävention; Zivilgesellschaft“, Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Prof. Dr. Ursula Schröder, wissenschaftliche Direktorin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
  • Nina Bernarding, Ko-Direktorin, Centre for Feminist Foreign Policy
  • Dr. Ute Finckh-Krämer, Co-Vorsitzende des SprecherInnenrates, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

Die Veranstaltung schließt an die Auftakt-Diskussion zur (friedens-) politischen Zeitenwende vom 15. März 2022 an. Als gemeinsame Plattform von Staat und Zivilgesellschaft begleitet FriEnt die aktuellen Debatten um die Friedens- und Sicherheitspolitik und bietet Raum für Austausch und Dialog.

Die Veranstaltung findet am 11. Mai von 17.30 bis 19:00 Uhr online statt. Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an info@frient.de

Author

No authors assigned to this post.

References

Related articles

“Security is more than just military strength”: Catholic Responses to Armament and Crisis

The Katholikentag in Würzburg has shown that peace, security and development go hand in hand. In this interview, Dorothee Klüppel, a member of FriEnt’s Steering Committee and Head of the Africa/Middle East Department at Misereor, explains why security is more than just military strength, why justice, democracy and international cooperation are key prerequisites for sustainable peace and what special role church actors play in this – particularly in times of rearmament and geopolitical tensions.

The Humanitarian-Development-Peace Nexus at a Turning Point

How can the Humanitarian-Development-Peace (HDP) nexus effectively deliver on its promises amid mounting crises, shrinking resources and rising political tension? Lena Pönisch, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), shares the key findings of an international reflection process and explains why, today more than ever, better political, institutional and financial frameworks are needed to achieve joint impact in crisis contexts.

From Ambition to Inaction: Climate Talks Struggle to Deliver Implementation

The intersessional climate negotiations (SB64) in Bonn concluded with sobering results. Climate justice was a central theme in many discussions and rounds of negotiations, but issues surrounding climate finance prevented an agreement from being reached. Negotiations on the global adaptation target, for example, must start again from scratch. The nexus of climate, peace and security was largely overlooked in the negotiations, as well as in the action agenda presented by the Turkish COP31 Presidency.

Building Peace in a Changing Climate: An Indigenous Perspective from Bangladesh

At the June Climate Meetings of the UNFCCC Subsidiary Bodies (SB64) in Bonn, Mrinal Kanti Tripura, Director of the Maleya Foundation in Bangladesh, shared his perspective on how climate change is affecting Indigenous Peoples in the Eastern Himalayan region. In this interview, he explains why climate impacts threaten not only livelihoods but also culture and traditional knowledge, and why Indigenous voices must be heard in climate negotiations.

Related articles