What are you looking for?

What are you looking for?

Deutschland übernimmt mehr Verantwortung in fragilen Staaten

Neues aus dem BMZ-INCAF Vorsitz
BMZ
Levi Meir Clancy I Unsplash

Als einer der größten Geber in fragilen Staaten hat das BMZ zum 1. Januar 2018 gemeinsam mit DFID den Vorsitz des ‚International Network on Conflict and Fragility‘ (INCAF) im ‚Development Assistance Committee‘ (DAC) der OECD übernommen. Im INCAF werden aktuelle Herausforderungen und strategische Ansatzpunkte für Krisenprävention und Friedensförderung diskutiert. Mitglieder sind die 30 DAC-Geber sowie mehrere multilaterale Organisationen wie die Weltbank und UNDP.

Zentrale Diskussionsstränge der letzten INCAF-Herbsttagung vom 06. – 08. November 2017 in Paris waren die groß angelegten VN-Weltbank-Studie zu Konfliktprävention, neue Finanzierungsinstrumente in fragilen Kontexten sowie die zukünftige Ausrichtung der Dialogplattform mit fragilen Staaten (International Dialogue on Peacebuilding and Statebuilding, IDPS).

Unter INCAF-Mitgliedern bestand Einigkeit, dass eine stärker auf Konfliktursachen ausgerichtete, inklusive und langfristig ausgelegte Zusammenarbeit mit fragilen Staaten weiter ausgebaut werden sollte. „Entwicklungspolitische Ansätze müssen im Zentrum von Konfliktprävention stehen und gesellschaftliche Kernbereiche wie Machtverteilung, Zugang zu Ressourcen, Zugang zu Dienstleistungen und Sicherheit adressieren“, so der Hauptautor der VN-Weltbank-Studie zu Konfliktprävention, Alexandre Marc. Die aktuellen, an Prävention orientierten Reformen des Systems der Vereinten Nationen sowie die neue Akzentsetzung der Weltbank auf fragile Staaten im Rahmen der letzten Wiederauffüllung des Fonds für die ärmsten Länder der Welt wurden ausdrücklich begrüßt.

In diesem Jahr feiert der IDPS sein zehnjähriges Jubiläum. Im IDPS diskutieren von Fragilität und Konflikt betroffene Staaten (Gruppe der g7+), Entwicklungspartner (INCAF) und Zivilgesellschaft (CSPPS) Prioritäten zur Umsetzung der Agenda 2030 in fragilen Staaten. Hierfür liefert der New Deal for Engagement in fragile States den notwendigen Rahmen, um die Erreichung der Entwicklungsziele strukturiert zu gestalten. In der Diskussion wurde deutlich, dass es zur Umsetzung der Agenda 2030 in fragilen Staaten neuer Finanzierungsinstrumente bedarf, die zusätzliche öffentliche und private Mittel mobilisieren und gleichzeitig Investitionsrisiken mindern.

Ein Fachworkshop widmete sich am dritten Tag dem Verhältnis zwischen Humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung, dem sogenannten ‚Humanitarian-Development-Peace Nexus‘. Derzeit sind es vor allem multilaterale Organisationen, die mit der Umsetzung der Reform des humanitären Systems und einer besseren Verzahnung mit struktureller Entwicklungszusammenarbeit vorangehen. Von den bilateralen Gebern wurden stärkere Anstrengungen gefordert, effektive Abstimmungsmechanismen einzuführen sowie neue Wege der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren im Nexus zu etablieren. Die Leitlinien der Bundesregierung „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ sehen eine Neuausrichtung des deutschen Systems zu ressortgemeinsamen Handeln vor.

Contact

No authors assigned to this post.

References

Related articles

FriEnt Peacebuilding Forum

FriEnt Peacebuilding Forum 2026: The Focus on the Future of Peacebuilding 

At a time of growing global instability and a renewed focus on security and deterrence, the FriEnt Peacebuilding Forum 2026 offers a clear counterpoint by bringing together around 150 international experts and practitioners to identify and advance new pathways towards sustainable and just peace.
CSP
Global Partnerships

„Wo Zivilgesellschaft geschwächt wird, wachsen Autoritarismus und Gewalt“

Zivilgesellschaftliche Räume schrumpfen weltweit – mit Folgen für Frieden, Demokratie und globale Gerechtigkeit. Ralph Ellermann von Conducive Space for Peace (CSP) erklärt im Interview, warum dieser Trend kein Zufall ist, weshalb echte Freiheit nur kollektiv entstehen kann und wie eine translokale Zivilgesellschaft neue Handlungsspielräume eröffnet.

FriEnt trauert um Jochen Steinhilber

Wir nehmen mit tiefer Trauer Abschied von Jochen Steinhilber. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke in der Welt der internationalen Zusammenarbeit und Krisenprävention.

FriEnt and WANEP Strengthen Cooperation 

Exploring joint work on Beyond 2030, Youth, Peace and Security, and Women, Peace and Security 

Related articles