What are you looking for?

What are you looking for?

Ukrainekrise wirkt sich auf Konfliktlage im Südkaukasus aus

Neuer FriEnt-Rundtisch thematisiert den negativen Einfluss der Krise
FriEnt
European Union (EU)
Marjan Blan I Unsplash

Am 2. Juli 2014 trafen sich Mitglieder des FriEnt-Rundtisches Südkaukasus zu einem Hintergrundgespräch mit drei Abgeordneten der Regierungspartei Republican Party of Armenia/RPA, unter Leitung des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses Artak Zakaryan. Thema des gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierten Gesprächs waren die Auswirkungen der aktuellen Ereignisse in der Ukraine und die internationalen Reaktionen vor allem Russlands auf die Konfliktlagen im Südkaukasus.

Dabei standen Fragen nach der Bedeutung der Ukrainekrise und Diskussionen um die EU-Assoziierungsabkommen für Armenien und Aserbaidschan und die Verhandlungen um Nagorny-Karabach im Mittelpunkt. Welche Rolle spielt Russland ab jetzt und was ist zu erwarten für das Verhältnis zwischen Armenien und Russland in absehbarer Zeit? Welchen Einfluss übt Russland aus und welche Handlungsoptionen sehen die armenischen Abgeordneten für ihr Land, um eine Verschärfung des Nagorny-Karabach-Konflikts mit Aserbaidschan zu vermeiden?

In den Ausführungen der Abgeordneten und der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Ukrainekrise negative Auswirkungen auf den Südkaukasus und die dortige Konfliktlage hat. Sie hat das Risiko erhöht, dass sich der Konflikt um Nagorny-Karabach verschärft. Nicht zuletzt durch provokante politische Äußerungen verhärten sich die Positionen und werden Spannungen angeheizt. Gleichzeitig nehmen die Grenzzwischenfälle zwischen Armenien und Aserbaidschan mit Toten und Verletzten auf beiden Seiten weiter zu.

Die Krise hat ferner negativen Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der Eurasischen Union, die von Russland propagiert und für die sich Armenien aufgrund der historischen Beziehungen zu Russland, der Sicherheitsgarantien und aufgrund seiner spezifischen geopolitischen Lage entscheiden musste. Daneben seien aber die Prinzipien des EU-Assoziierungsabkommens und die damit verbundenen europäischen Grundwerte für Armenien weiterhin wichtig und das Interesse an der Umsetzung hoch. Was fehlt sind alternative Möglichkeiten, die eine EU-Assoziierung parallel zur Mitgliedschaft in der Eurasischen Zollunion zulassen.

In Bezug auf die Befriedung des Karabach-Konfliktes gewinnt aus armenischer Sicht die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure an Gewicht. Ihr Einfluss auf die Regierung nehme zu und staatliche Akteure stünden vor der Herausforderung, die lokale Zivilgesellschaft offener und systematischer einzubeziehen.

Contact
Caroline Kruckow
Caroline Kruckow

Seconded by 'Brot für die Welt' to FriEnt

caroline.kruckow@frient.de

References

Related articles

Peace needs a vision: FriEnt provides impulses for the implementation of the BMZ reform

With a recent position paper, the Working Group on Peace and Development (FriEnt) is bringing perspectives on peace and development policy into the debate on the reform of German development cooperation. The paper “Recommendations for the Implementation of the BMZ Reform in Peacebuilding and Development Policy” highlights how conflict sensitivity, local ownership and civilian peacebuilding can be enshrined as key guiding principles in the implementation of the BMZ reform agenda “Shaping the future together globally”.

Mona Hein joins FriEnt team with a focus on feminist peacebuilding

As of June 1, Mona Hein has joined the FriEnt team as a seconded staff member from the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ). Her work focuses on feminist peacebuilding as well as on linking different disciplinary perspectives in international peace work.
FriEnt Peacebuilding Forum

FriEnt Peacebuilding Forum 2026: The Focus on the Future of Peacebuilding 

At a time of growing global instability and a renewed focus on security and deterrence, the FriEnt Peacebuilding Forum 2026 offers a clear counterpoint by bringing together around 150 international experts and practitioners to identify and advance new pathways towards sustainable and just peace.
CSP
Global Partnerships

„Wo Zivilgesellschaft geschwächt wird, wachsen Autoritarismus und Gewalt“

Zivilgesellschaftliche Räume schrumpfen weltweit – mit Folgen für Frieden, Demokratie und globale Gerechtigkeit. Ralph Ellermann von Conducive Space for Peace (CSP) erklärt im Interview, warum dieser Trend kein Zufall ist, weshalb echte Freiheit nur kollektiv entstehen kann und wie eine translokale Zivilgesellschaft neue Handlungsspielräume eröffnet.

Related articles