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Zahl der Konflikte und Kriege 2020 gestiegen

Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung hat Konfliktbarometer 2020 veröffentlicht
Friedensförderung
Monitoring and Evaluation (M&E)
Марьян Блан | Unsplash

Das kürzlich veröffentlichte “Konfliktbarometer 2020” des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung (HIIK) zeigt, dass die Covid-19 Pandemie Konflikte und Kriege nicht gestoppt hat. Im Gegenteil: 2020 ist die Zahl der Kriege weltweit von 15 auf 21 angestiegen. Das Konfliktbarometer vezeichnete auch in Deutschland eine “gewaltsame Krise”.

Das Jahr 2020 war geprägt von einem Anstieg an Kriegen und gewaltsamen Konflikten. Zu dieser düsteren Beurteilung kommt das Konfliktbarometer des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung (HIIK), welches zum weltweiten Konfliktgeschehen berichtet und dieses Jahr bereits zum 29. Mal erschienen ist. In die Bewertung des Konfliktbarometers fließen sowohl quantitative Daten (z.B. Zahlen der Toten und Verletzten) als auch qualitative Daten (Einschätzung des Grades der Zerstörung von Infrastruktur etc.) ein. Anhand dieser Daten ordnen sich Konflikte einer von fünf Intensitätsstufen zu: Disput, gewaltlose Krise, gewaltsame Krise, begrenzter Krieg und Krieg.

Anzahl der Konflikte weltweit gestiegen

Insgesamt 359 Konflikte führte das HIIK für das Jahr 2020 auf, wovon 60 Prozent, nämlich 220 Konflikte, mit Gewalt ausgetragen wurden. Die Zahl der Kriege stieg weltweit von 15 auf 21, was den höchsten Anstieg in den letzten sechs Jahren darstellt.

Subsahara-Afrika ist 2020 die Region mit den meisten Konflikten – allein auf die Demokratische Republik Kongo und Äthiopien mit dem 2020 neu eskalierten Krieg um die Region Tigray fielen fünf Kriege. Subsahara-Afrika löste damit die Region Westasien, Nordafrika und Afghanistan (WANA) als Schauplatz der meisten Konflikte weltweit ab.

Auch Europa verzeichnet neue Konflikte

Während die Zahl der Kriege in Amerika und der Region WANA stagnierte oder zurückging, erlebte Europa einen deutlichen Anstieg: so verschärfte sich der Konflikt um das umstrittene Territorium Nagorno-Karabach zwischen Armenien und Aserbaidschan zu einem Krieg.

Auch für Deutschland wird eine “gewaltsame Krise” verzeichnet: die systematische Gewalt von Seiten fremdenfeindlicher und rechtsextremer Gruppen, die mit dem rechtsterroristischen Attentat von Hanau 2020 ihren traurigen Höhepunkt fand.

Einfluss von COVID-19 auf die Entwicklung von Konflikten unklar

Das HIIK stellt fest, dass durch Covid-19 keine neuen Konflikte eröffnet wurden. Die Pandemie hatte allerdings dramatische Auswirkungen auf die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung in Konfliktregionen, indem beispielsweise die Verteilung von Hilfsgütern behindert wurde und die ohnehin schon schwierigen Bedingungen in den Ländern deutlich verschärft wurden.

Das “Conflict Barometer 2020” kann hier heruntergeladen werden.

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