Wonach suchen Sie?

Aktuelles

Waffen und Konfliktgebiete im EU-Lieferkettengesetz

Neues Themenpapier von ECCHR, Brot für die Welt und Misereor
Foto: Mika Baumeister | Unsplash

Das Themenpapier veranschaulicht anhand von Fallbeispielen, welche Folgen es hat, dass die Rüstungsindustrie ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in Bezug auf die Verwendung ihrer Produkte derzeit nicht nachkommt.

Im Trilog verhandeln das Europäische Parlament (EP), die Kommission und Ministerrat momentan über die Ausgestaltung des EU-Lieferkettengesetzes. Dabei geht es insbesondere auch um die Reichweite der Sorgfaltspflichten in der Wertschöpfungskette. Diese Debatte ist essentiell für die Behandlung von Waffen und Dual-Use-Gütern. Denn in diesen Sektoren liegen die hauptsächlichen Risiken gerade im Bereich der nachgelagerten Wertschöpfungskette, die nach aktuellem Verhandlungsstand zu weiten Teilen ausgeklammert werden soll.

Das Themenpapier macht deutlich, dass die unternehmerische Verantwortung von Rüstungskonzernen nach den internationalen Standards unabhängig von der staatlichen Pflicht zum Schutz von Menschenrechten besteht – und daher auch unabhängig von etwaigen Ausfuhrgenehmigungen, die zudem häufig mangelhaft sind. Gerade die erheblichen Risiken des Sektors erforderten ein erhöhtes Maß an menschenrechtlicher Sorgfalt (heightened due diligence). Die Autor*innen fordern daher, bezüglich der Reichweite der Sorgfaltspflichten in der Wertschöpfungskette der Position des EP zu folgen und sie explizit auf die Verwendung von Produkten zu erstrecken.

Das Themenpapier kann auf der Website von ECCHR aufgerufen werden.

Referenzen
Teilen
Autor
Kontaktieren Sie uns
Haben Sie Fragen zu diesem Artikel oder möchten Sie das FriEnt-Team kontaktieren?

Verwandte Artikel

[tag_names_card]
Die Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) hat ihre Webseite grundlegend neugestaltet. Mit klarer thematischer Struktur, vereinfachter Navigation und modernem, zugänglichem Design wird die Arbeit des Netzwerkes jetzt noch sichtbarer und leichter zugänglich – für Fachleute ebenso wie für alle, die sich für friedens- und entwicklungspolitische Themen interessieren. Wie bisher ist die Webseite sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfügbar.
[tag_names_card]
Seit September 2026 verstärkt Peer Krumrey das FriEnt-Team als Entsandter der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Er ist Referent für Frieden und Sicherheit im Referat Globale und Europäische Politik der FES und arbeitet bei FriEnt insbesondere zu Frieden und Sicherheit sowie Frieden und Entwicklung.
[tag_names_card]
Am 26. August diskutierten Fachleute aus Nigeria und Deutschland in Berlin im Rahmen der FriEnt-Reihe Forgotten Conflicts Ursachen und Folgen der Gewalt in Nigerias Nordwesten und in der Region Middle Belt. Die Diskussion stellte die Annahme infrage, die Gewalt sei in erster Linie religiös motiviert, und richtete den Blick stattdessen auf Faktoren wie Klimastress, Landknappheit, schwache staatliche Strukturen und schwindende Lebensgrundlagen sowie auf die Bedeutung lokal verankerter Friedensarbeit.
[tag_names_card]
Der Katholikentag in Würzburg hat gezeigt: Frieden, Sicherheit und Entwicklung gehören zusammen. Im Gespräch erläutert Dorothee Klüppel, Mitglied im Lenkungsausschuss von FriEnt und Abteilungsleiterin Afrika/Nahost bei Misereor, warum Sicherheit mehr ist als militärische Stärke, weshalb Gerechtigkeit, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zentrale Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden sind und welche besondere Rolle kirchliche Akteure dabei spielen – gerade in Zeiten von Aufrüstung und geopolitischen Spannungen.

Verwandte Artikel