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Frieden braucht Perspektive: FriEnt gibt Impulse für die Umsetzung der BMZ-Reform

Mit einem aktuellen Impulspapier bringt die Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) friedens- und entwicklungspolitische Perspektiven in die Debatte um die Reform der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ein. Das Papier „Anregungen zur friedens- und entwicklungspolitischen Umsetzung der BMZ-Reform 2026“ zeigt auf, wie Konfliktsensibilität, lokale Verantwortung und zivile Friedensförderung als zentrale Leitlinien in der Umsetzung der Reformagenda „Zukunft zusammen global gestalten“ verankert werden können.

Konfliktsensibilität, lokale Partnerschaften und zivile Friedensförderung müssen zentrale Leitlinien der Reform sein

Im Januar 2026 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seinen Reform- und Strategieplan „Zukunft zusammen global gestalten“ vorgestellt, mit dem die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bis zum Sommer 2027 strukturell, finanziell und inhaltlich neu ausgerichtet werden soll. FriEnt formuliert mit dem Impulspapier Empfehlungen dafür, wie friedenspolitische Perspektiven in diesem Prozess berücksichtigt und weiter gestärkt werden können. 


„Der Klartext, den das Reformpapier und die Ministerin zur Priorität von Friedensförderung sprechen, macht uns Mut. In der Umsetzung müssen dem nun Ressourcen und Kapazitäten zugeordnet werden – umso dringlicher angesichts weiterer Kürzungsszenarien in der Haushaltsplanung“, sagt Beatrix Austin, Head of Department Conflict Transformation Research bei der Berghof Foundation und Ko-Vorsitzende des Lenkungsausschusses von FriEnt. 

Konfliktsensibilität und lokale Partnerschaften als zentrale Leitlinien 

Im Mittelpunkt des Impulspapiers stehen die institutionelle Verankerung von Konfliktsensibilität, die Stärkung gleichberechtigter globaler Partnerschaften und lokaler Ownership. FriEnt unterstreicht zudem die Bedeutung einer starken Zivilgesellschaft sowie die Rolle ziviler Krisenprävention und Friedensförderung als eigenständige Bestandteile deutscher Entwicklungspolitik. 

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie langfristige Beziehungen mit lokalen Partnerorganisationen auch unter veränderten Rahmenbedingungen gesichert werden können. Gerade in fragilen und konfliktsensiblen Kontexten sind Vertrauen, lokale Expertise und gewachsene Partnerschaften entscheidende Voraussetzungen für nachhaltige Wirkung. 

„Partnerschaften sind das Fundament wirksamer Friedensförderung. In Zeiten sinkender Mittel und strategischer Neuausrichtung ist es umso wichtiger, gewachsene Kooperationen zu sichern und weiterzuentwickeln“, sagt Nana Odoi, Geschäftsführerin von FriEnt. „Die Reformagenda setzt wichtige Impulse und bietet echte Chancen für eine zukunftsfähige Entwicklungspolitik. Doch gerade mit Blick auf die Regionen, die durch den programmatischen Rückzug wegfallen, wünschen wir uns ein Nachsteuern und eine Weiterführung des zivilgesellschaftlichen Engagements. Das Aufgeben langfristiger Partnerschaften riskiert nicht nur Einfluss, sondern auch Glaubwürdigkeit.“ 

Aus Sicht von FriEnt wird die Reform dann erfolgreich sein, wenn die Erfahrungen und Perspektiven lokaler Akteurinnen und Akteure sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen konsequent einbezogen werden und zivile Friedensförderung weiterhin als wichtige Grundlage für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und als wichtiger Beitrag für Stabilität und langfristige Sicherheit verstanden wird. 

Mit dem Impulspapier möchte die Arbeitsgemeinschaft den Austausch zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Fachpraxis unterstützen und dazu beitragen, friedenspolitische Perspektiven in der weiteren Ausgestaltung der Reformagenda mitzudenken. 

Das Impulspapier kann hier heruntergeladen werden: Anregungen zur friedens- und entwicklungspolitischen Umsetzung der BMZ-Reform 2026 

Weitere Informationen: 

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