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Rüstungsexporte auf hohem Niveau

Neue SIPRI-Studie zu internationalem Waffenhandel
John Torcasio I Unsplash

Die weltweiten Waffenlieferungen sind erstmals nach Jahren des starken Wachstums nicht weiter angestiegen. Dennoch befinden sich die Rüstungsgeschäfte auf dem höchsten Niveau seit Ende des Kalten Krieges, so ein neuer Bericht des Friedensforschungsinstituts SIPRI. Deutschland belegt Platz vier der weltweit größten Waffenexporteure und reiht sich damit hinter den USA, Russland und Frankreich ein.

Entscheidend ist, dass die Lieferungen aus Russland (-22 Prozent) und China (-7,8 Prozent) zurückgegangen sind und die Rüstungsexporte nur deshalb nicht gestiegen sind. Im Vergleich verzeichnen die USA, Frankreich, und Deutschland allerdings einen deutlichen Anstieg ihrer Exporte.

USA als Spitzenreiter

  • Die USA liegen nach wie vor auf dem ersten Platz, mit einem Anteil von 37 Prozent am weltweiten Volumen.
  • Sie beliefern 96 Staaten – rund die Hälfte wird in den Nahen Osten exportiert.
  • Fast ein Viertel der Rüstungsgüter (24 Prozent) ging nach Saudi-Arabien.

Deutsche Rüstungsexporte steigen um 21 Prozent

  • Deutschland verzeichnet 21 Prozent mehr Ausfuhren von Rüstungsgütern im Zeitraum von 2016 bis 2020 im Vergleich zum Zeitraum von 2011 bis 2015.
  • Die Bundesrepublik zählt mit einem Anteil von 5,5 Prozent am globalen Gesamtvolumen zu den größten Waffenexporteuren der Welt und liegt auf dem vierten Platz im SIPRI-Ranking.
  • Die Hauptabsatzmärkte sind Südkorea, Algerien und Ägypten.
  • Deutsche Schiffe und U-Boote sind ganz vorne mit dabei: sie bilden knapp die Hälfte der deutschen Rüstungsexporte.

Die Kunden im Nahen Osten

  • Die Nachfrage nimmt zu: Insgesamt importieren die Staaten des Nahen Ostens 25 Prozent mehr Waffen als noch zwischen 2011 und 2015.
  • Saudi-Arabien bleibt der größte Waffenimporteur der Welt mit einem Plus von 61 Prozent.
  • Der Zuwachs in Katar belief sich auf 361 Prozent.
  • Eine deutliche Zunahme verzeichnet zudem Ägypten mit einem Plus von 136 Prozent.

Risiko eines neuen Wettrüstens

Der SIPRI-Studienleiter Pieter D. Wezeman stellt in Frage, ob die Exportländer potentielle Auswirkungen auf Menschenrechte untersuchen oder ob wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Das Risiko eines neuen Wettrüstens sollte in Anbetracht der steigenden Rüstungsexporte und wachsender Nachfrage der von Konflikt betroffenen Ländern ernst genommen und in zukünftige Entscheidungen zum internationalen Waffenhandel mit einbezogen werden. Wie wichtig diese Waffenlieferungen für die Wirtschaft der Staaten wirklich ist, bleibt ein zentraler Streit- und Diskussionspunkt.

Mehr Infos zur Studie gibt es hier.

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