Wonach suchen Sie?

Aktuelles

Mit dem Smartphone auf der Flucht

Bildungsmaterial für junge Menschen
Foto: Alex Perez | Unsplash

Brot für die Welt bringt mit der neuen Handreichung „Mit dem Smartphone auf der Flucht“ Schüler*innen und jungen Menschen verschiedene Aspekte von Flucht und Asylpolitik in Deutschland näher – sensibel und auf ihre Lebenswelt bezogen.

Smartphones sind für Flüchtende unerlässlich geworden – um Kontakt zu halten, sich zu orientieren, um Geld zu überweisen und zu erhalten oder um Hilfe zu organisieren. Brot für die Welt hat diese Abhängigkeiten aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht und daraus eine Handreichung erarbeitet. So können mit jungen Menschen die Themen Flucht und Migration anschaulich und zugänglich erarbeitet werden.

Das Material fokussiert sich auf die Gefahren, durch staatliche Akteure überwacht zu werden. Denn die Signale von Smartphones können und werden genutzt, um flüchtende Menschen zu lokalisieren, sie zu blockieren (Pushbacks) oder um ihre Aufenthaltsorte zu dokumentieren. Sind sie bereits registriert, werden die Handys Geflüchteter immer häufiger konfisziert, um sie zu identifizieren und damit vermeintlich leichter abschieben zu können. Oder es werden Daten ausgelesen, mit denen fluchtunterstützende Strukturen (wie sogenannte „Schleuser“) leichter ermittelt werden sollen.

Die Handreichung basiert auf dem Dossier „Mit dem Smartphone auf der Flucht“. Daraus werden sachliche und rechtliche Beiträge für Jugendliche so zugänglich aufbereitet, dass sie es mit ihrem eigenen Lebensalltag verbinden können. Hierfür werden unterschiedliche Lerneinheiten vorgestellt, die einen sensiblen Umgang untereinander fördern und über stereotype und falsche Behauptungen zum Thema Flucht aufklären sollen. Es wird angeleitet, wie man sich intensiv mit den konkreten Herausforderungen und Gefahren auseinandersetzen kann, die Menschen begegnen, die nach Europa fliehen. Das bezieht sich insbesondere darauf, was Smartphones konkret hierfür bedeuten – was es beispielsweise bedeutet, wenn sensible Daten konfisziert werden. Dabei werden begleitend auch Hilfestellungen geleistet, um Ohnmachtsgefühlen zu begegnen und es zu ermöglichen, sich aktiv mit den Themen zu beschäftigen. Dabei soll zu jeder Zeit sensibel mit Menschen mit Fluchterfahrungen umgegangen werden.

Das Bildungsmaterial ist online und kostenfrei über die Website von Brot für die Welt abrufbar.

Referenzen
Teilen
Autor
Kontaktieren Sie uns
Haben Sie Fragen zu diesem Artikel oder möchten Sie das FriEnt-Team kontaktieren?

Verwandte Artikel

[tag_names_card]
Am 26. August diskutierten Fachleute aus Nigeria und Deutschland in Berlin im Rahmen der FriEnt-Reihe Forgotten Conflicts Ursachen und Folgen der Gewalt in Nigerias Nordwesten und in der Region Middle Belt. Die Diskussion stellte die Annahme infrage, die Gewalt sei in erster Linie religiös motiviert, und richtete den Blick stattdessen auf Faktoren wie Klimastress, Landknappheit, schwache staatliche Strukturen und schwindende Lebensgrundlagen sowie auf die Bedeutung lokal verankerter Friedensarbeit.
[tag_names_card]
Der Katholikentag in Würzburg hat gezeigt: Frieden, Sicherheit und Entwicklung gehören zusammen. Im Gespräch erläutert Dorothee Klüppel, Mitglied im Lenkungsausschuss von FriEnt und Abteilungsleiterin Afrika/Nahost bei Misereor, warum Sicherheit mehr ist als militärische Stärke, weshalb Gerechtigkeit, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zentrale Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden sind und welche besondere Rolle kirchliche Akteure dabei spielen – gerade in Zeiten von Aufrüstung und geopolitischen Spannungen.
[tag_names_card]
Wie kann der Humanitarian-Development-Peace (HDP) Nexus angesichts wachsender Krisen, knapper Ressourcen und geopolitischer Spannungen wirksam umgesetzt werden? Lena Pönisch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt die zentralen Erkenntnisse eines internationalen Reflexionsprozesses vor und zeigt, warum es heute vor allem bessere politische, institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen braucht, um gemeinsame Wirkung in Krisenkontexten zu erzielen.
[tag_names_card]
Die Klimazwischenverhandlungen (SB64) in Bonn endeten mit ernüchternden Ergebnissen. Klimagerechtigkeit war in vielen Gesprächen und Verhandlungsrunden ein zentrales Thema, doch Fragen rund um die Klimafinanzierung verhinderten eine Einigung. Die Verhandlungen über das globale Anpassungsziel müssen beispielsweise wieder bei null beginnen. Der Nexus von Klima, Frieden und Sicherheit blieb in den Verhandlungen sowie in der von der türkischen COP31-Präsidentschaft vorgestellten Aktionsagenda weitgehend unberücksichtigt.

Verwandte Artikel