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Sonderinitiative Flucht fördert Projekte in 63 Ländern

Neue Broschüre "Perspektive für Flüchtlinge"
Mädchenschule | Ulrike Canizzo-Marcus

Mit der Sonderinitiative Flucht hat das BMZ vor sechs Jahren auf die globalen Flüchtlingsbewegungen reagiert. Die Initiative hat eine neue Broschüre über „Perspektiven für Flüchtlinge“ veröffentlicht. Sie richtet sich in erster Linie an die interessierte deutsche Öffentlichkeit und beschreibt das BMZ-Engagement zum Thema Flucht durch anschauliche Beispiele aus allen Kontinenten. Mehr über die Sonderinitiative Flucht hier.

Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen, hat sich im letzten Jahrzehnt nahezu verdoppelt. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sind derzeit weltweit rund 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Der größte Teil von ihnen findet in Entwicklungsländern Zuflucht.

Mit der Sonderinitiative Flucht (SI) – Fluchtursachen mindern, Flüchtlinge und Aufnahmeregionen unterstützen – hat das BMZ auf die Herausforderungen der globalen Flüchtlingsbewegungen reagiert. Was im Herbst 2014 mit zunächst 37 Projekten begann, ist sechs Jahre später eine Initiative mit rund 250 Vorhaben zur Unterstützung von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und Aufnahmegemeinden weltweit. In insgesamt 63 Ländern fördert die SI Projekte der verschiedensten Durchführungsorganisationen: von GIZ und KfW über kirchliche Träger, UN-Organisationen, Stiftungen und internationale NGOs; dazu eine Reihe von ZFD-Projekten sowie Forschungsvorhaben.

Über 11 Millionen Menschen erreicht

Im Laufe der Jahre wuchs somit – analog zur Entwicklung der Flüchtlingssituation weltweit – auch das Portfolio der SI Flucht. Bis Ende 2019 flossen insgesamt 2,4 Milliarden Euro in die Projekte. Auch die Wirkungszahlen können sich sehen lassen: bis Ende 2019 erreichten die Maßnahmen bereits 11,3 Mio. Menschen. Zusätzlich konnten rund 330.000 Jobs über die Beschäftigungsoffensive Nahost geschaffen werden, die Teil der Sonderinitiative ist.

Mit der Beschäftigungsoffensive Nahost legt das BMZ ein besonderes Augenmerk auf die Region rund um Syrien. Auch im neunten Jahr der Syrienkrise leisten die Nachbarländer enorme Anstrengungen bei der Aufnahme der syrischen Flüchtlinge. Um diese Länder dabei zu unterstützen, gründete das BMZ 2016 die Beschäftigungsinitiative Nahost, mit der kurz-, mittel- und längerfristige Beschäftigungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge sowie Mitglieder der aufnehmenden Gemeinden geschaffen werden.

Stärkung von sozialem Zusammenhalt und Vorbeugung von Konflikten

Neben Beschäftigungsförderung und einkommensschaffenden Maßnahmen widmen sich SI-Projekte vor allem der Gesundheitsversorgung, Schulbildung, Wasser-, Sanitär- und Stromversorgung sowie der psychosozialen Unterstützung. Da von den Maßnahmen Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden gleichermaßen profitieren, stärkt dies indirekt auch die soziale Kohäsion und beugt Konflikten vor. Im Bereich Schulbildung beispielsweise haben bis Ende letzten Jahres 1,8 Millionen Kinder von einem verbesserten Zugang zu Bildung sowie einem verbesserten Lernumfeld profitiert. Durch die Finanzierung der Gehälter von Lehrer*innen konnte allein in Nahost 584.000 Kindern der Schulbesuch ermöglicht werden. Bei der Bildungsförderung im Rahmen der SI geht es neben der Verhinderung einer verlorenen Generation durch Krieg und Vertreibung auch um einen chancengerechten Zugang zu Bildung, um verbesserte Qualität der Bildungsangebote sowie um die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Die Broschüre lässt sich hier herunterladen.

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Autor
Christiane U. Cannizzo-Marcus

christiane.cannizzo-marcus@giz.de

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