Wonach suchen Sie?

PUBLICATION

Um des lieben Friedens Willen

Dieses FriEnt Briefing erläutert relevante Begriffe und Konzepte rund um Transitional Justice, identifiziert zentrale Herausforderungen und Fragestellungen für entwicklungs- und friedenspolitische Organisationen, weist auf Spannungsfelder hin und präsentiert Handlungsansätze.

Was muss geschehen, damit Menschen nach gewaltsamen Konflikten wieder Vertrauen in ihre Mitbürger und staatliche Institutionen fassen? Wie können durch Krieg, Vertreibung und schwere Menschenrechtsverletzungen tief fragmentierte Gesellschaften ein gemeinsames Wertesystem, partizipative politische Strukturen und eine inklusive Identität entwickeln? Wie kann die von Gewalt geprägte Vergangenheit überwunden und eine gemeinsame Zukunft gestaltet werden? Die friedliche Transformation von Gesellschaften in Nachkriegssituationen ist zweifel-los langwierig und komplex.

Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen jedoch, dass Maßnahmen zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit und Rechtssicherheit, zur Wahrheitsfindung und zur Neugestaltung sozialer Beziehungen hierbei zentral sind. Der Nürnberger Gerichtshof, Wahrheitskommissionen in Chile, Argentinien und Südafrika, Reparationszahlungen an Zwangsarbeiter in Deutschland oder die Reform von Polizei und Armee in Bosnien und Herzegowina sind historische wie aktuelle Beispiele für solche Maßnahmen. Seit Mitte der 90er Jahre werden diese unter dem Begriff „Transitional Justice“ zusammengefasst.

Dieses FriEnt Briefing erläutert relevante Begriffe und Konzepte, identifiziert zentrale Herausforderungen und Fragestellungen für entwicklungs- und friedenspolitische Organisationen, weist auf Spannungsfelder hin und präsentiert Handlungsansätze.

Authors
Natascha Zupan
Sylvia ServaesSylvia Servaes is the FrieEnt representative of 'Misereor'
Teilen
Download
Größe: 76KB
Dateityp: PDF
Kontaktieren Sie uns
Haben Sie Fragen zu diesem Artikel oder möchten Sie das FriEnt-Team kontaktieren?

Verwandte Artikel

[tag_names_card]
Am 26. August diskutierten Fachleute aus Nigeria und Deutschland in Berlin im Rahmen der FriEnt-Reihe Forgotten Conflicts Ursachen und Folgen der Gewalt in Nigerias Nordwesten und in der Region Middle Belt. Die Diskussion stellte die Annahme infrage, die Gewalt sei in erster Linie religiös motiviert, und richtete den Blick stattdessen auf Faktoren wie Klimastress, Landknappheit, schwache staatliche Strukturen und schwindende Lebensgrundlagen sowie auf die Bedeutung lokal verankerter Friedensarbeit.
[tag_names_card]
Der Katholikentag in Würzburg hat gezeigt: Frieden, Sicherheit und Entwicklung gehören zusammen. Im Gespräch erläutert Dorothee Klüppel, Mitglied im Lenkungsausschuss von FriEnt und Abteilungsleiterin Afrika/Nahost bei Misereor, warum Sicherheit mehr ist als militärische Stärke, weshalb Gerechtigkeit, Demokratie und internationale Zusammenarbeit zentrale Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden sind und welche besondere Rolle kirchliche Akteure dabei spielen – gerade in Zeiten von Aufrüstung und geopolitischen Spannungen.
[tag_names_card]
Wie kann der Humanitarian-Development-Peace (HDP) Nexus angesichts wachsender Krisen, knapper Ressourcen und geopolitischer Spannungen wirksam umgesetzt werden? Lena Pönisch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt die zentralen Erkenntnisse eines internationalen Reflexionsprozesses vor und zeigt, warum es heute vor allem bessere politische, institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen braucht, um gemeinsame Wirkung in Krisenkontexten zu erzielen.
[tag_names_card]
Die Klimazwischenverhandlungen (SB64) in Bonn endeten mit ernüchternden Ergebnissen. Klimagerechtigkeit war in vielen Gesprächen und Verhandlungsrunden ein zentrales Thema, doch Fragen rund um die Klimafinanzierung verhinderten eine Einigung. Die Verhandlungen über das globale Anpassungsziel müssen beispielsweise wieder bei null beginnen. Der Nexus von Klima, Frieden und Sicherheit blieb in den Verhandlungen sowie in der von der türkischen COP31-Präsidentschaft vorgestellten Aktionsagenda weitgehend unberücksichtigt.

Verwandte Artikel